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Zntelligenz-Blatt der freien AM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, «nd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 286. Samstag den 1. December 1860.

UeberblLS der Creignisse Lm Gebiete der politischen und materieÜen Interessen.

Frankfurt, 1. December. Die Petersburger Zeitung widmet der verewigten Kaiserin-Mutter von Rußland in einer ihrer jüngsten Nummern folgenden Nach­ruf: „Die hohe Verstorbene hat, seitdem sie den Tbron bestiegen, auf das Segensreichste gewirkt; sie war eine mütterliche Beschützerin der Wittwen und Waisen, denen sie un­zählige Wohlthaten erwiesen. Niemand hat aus dem Munde der Kaiserin ein unfreund­liches Wort vernommen, nie duldete sie, daß in ihrer Gegenwart, selbst über mißliebige Personen, ein hartes Urtheil ausgesprochen wurde. Für Alle hatte sie aber Worte des Trostes und der Liebe, der größte Theil ihrer Einnahmen war zu Almosen und Unter­stützungen bestimmt, ja es ist bekannt, daß, wenn ihre Mittel erschöpft waren, sie heim­lich verschiedene Gegenstände ihres Besitzes veräußern ließ, um den Erlös unter die Nothleidenden zu vertheilen. Die Kaiserin allein konnte den oft strengen, aber nie un­gerechten Sinn ihres verstorbenen Gemahls beugen; wenn Alle schwiegen, so trat sie auf und bat feierlich und warm um Gnade, die ihr nie abgeschlagen wurde. Eine be­sondere Sorge schenkte sie den ihrer Oberaufsicht anvertrauten weiblichen Erziehungs­anstalten, welche sie in früheren Jahren zum Jubel der Zöglinge fleißig besuchte. Oft ließ sie die Eleven zu sich kommen, unterhielt sich mit Allen, die jüngeren nahm sie aber auf den Schooß und liebkoste sie. Für alte Wittwen hatte sie ein besonderes Asyl ein­gerichtet, Kranke wurden auf ihre Kosten in verschiedenen Hospitälern verpflegt, in jeder Beziehung war die Hochselige eine Mutter ihres Volkes. Oft, wenn schnelle und ener­gische Hülfe nöthig war, sagte sie: „Laflet uns Menschen sein" und half dann zuerst selbst in wahrhaft christlicher Barmherzigkeit. Nicht allein die kaiserliche Familie, die Majestäten und außer ihnen achtundzwanzig Kinder und Kindeskinder umstanden weinend ihren Sarg, sondern noch Tausende, welche das Glück hatten, sie zu kennen, Hundert­tausende, denen sie Wohlthaten erwiesen. Ihr Andenken wird stets gesegnet bleiben!" — Ueber die gegenwärtige Gewerbthätigkeit Berlins berichtet der „Publicist", daß daselbst zur Zeit etwa 119 Maurermeister mit 4000 Gesellen und Lehrlingen, 113 Zimmer­meister mit 1800 Gesellen und Lehrlingen und 160 Arbeitern, 250 Tischlermeister mit 4400 Gesellen und Lehrlingen, 150 Schmiedemeister mit 500 Gesellen und Lehrlingen und 540 Schlossermetster mit etwa 1500 Gesellen und Lehrlingen thätig sind. — Die Weberei, insbesondere die Wollenweberei in Berlin, beschäftigt, amtlichen Feststellungen zufolge, zur Zeit auf etwa 5000 Webestühlen zusammen 1472 Webermeister (darunter 500 außer der Innung stehende) mit etwa 2300 Gesellen, 1100—1200 Lehrlingen und