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Intelligenz-Blatt

der freien LMl Frankfurt, ^® verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Fraulsurtcr Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 276 Dienstag den 20. November 1860.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 20. November. (Zur Situation.) Die durch einige Blätter verbreitete Nachricht, es sei nicht wahr, daß England seinen Standpunkt in dem Streite zwischen Deutschland und Dänemark geändert habe, müssen wir entschie­den widersprechen. Bekanntlich hat Dänemark, seinen Lei Suspendirung der Gesammt- Staatsverfassung gemachten Versprechungen zuwider, das Budget für das gesammte Königreich, ohne vorher die Zustimmung der Stände der Herzogthümer eingeholt zu haben, in Kraft gesetzt. Der Antrag Oldenburgs darüber liegt gegenwärtig dem Bun­destage vor. Die englische Regierung hat nun in dieser Frage Vorstellungen zu Gunsten Dänemarks erhoben, indem sie dabei Zugeständnisse für Schleswig in Aussicht stellt, die durch nichts verbürgt werden. — Es'ist richtig, daß Preußen bisher die Würz­burger Vorschläge zur Bundes-Kiiegsverfassung noch nicht förmlich ab gelehnt hat. Ein derartiger Schritt kann erst nach Beendigung der darüber eingeleiteten Verhandlungen mit Oesterreich geschehen. — Den tendentiösen Erfindungen über an­gebliche politische Reisen des Abgeordneten Milde gegenüber, bemerken wir, daß derselbe nur vor Kurzem in Privat-Angelegenheiten auf wenige Tage nach Berlin gekommen war und wieder nach Breslau zurückgekehrt ist. Alle daran geknüpften Insinuationen über angebliche Spaltungen unter den Mitgliedern des Preußischen Ministeriums, wegen der auswärtigen Politik und der Militär-Organisation, sind gänzlich grund­los. Das Preußische Ministerium ist rücksichtlich der auswärtigen Politik in vollkommener Einigkeit und ebenso in der Frage der Militär-Organisation, in Betreff deren man von Seiten der reaktionären Partei schon im vorigen Winter un­aufhörlich Nachrichten über ministerielle Spaltungen in Umlauf gesetzt hat, deren völlige Grundlosigkeit Niemanden besser bekannt war, als denen, von welchen diese erdichteten Mittheilungen ausgingen. — Von verschiedenen Seiten wird behauptet, es seien von Seiten Englands, Preußens, Rußlands und Oesterreichs gleichzeitig Noten an die dänische Regierung gerichtet worden, die Angelegenheit der Herzog­thümer betreffend, welche in Kopenhagen eine Minister-Krisis hervorgerufen haben sollen. Ob dieses Letztere aus was für Ursachen immer der Fall ist, müssen wir dahingestellt sein lassen; jedenfalls aber beruht die Nachricht von den gleichzeitigen Noten der vier Großmächte anf einem Irrthum. — Die „ Neue Preuß. Zeitung " hat einen Artikel der „Preuß. Zeitung " über die staatsrechtlichen Bundes-Reformisten auf den Nat io nal-V er ein bezogen, während doch Jedermann weiß, daß der Ar-