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Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt, , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

â 264. Dienstag den 6. November 1860.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die frankfurter Nachrichten für die Monate November und December werden täglich zu ermäßigtem Abonnements-Preife von der Expedition angenommen.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 6. November. Die Verhandlungen über die Bundes-Kriegs­verfassung werden ein ersprießliches Resultat schwerlich noch erzielen können, und sollen es nach der Absicht mehrerer Staaten wohl auch nicht. Daß es den Mittelstaa­ten mit der Reform nicht Ernst ist, beweisen schon die Widersprüche, in die sie fort und fort mit sich selbst gerathen. Zuerst wollte die Majorität hier in Frankfurt die Noth­wendigkeit der Revision organischer Bestimmungen nicht anerkennen. Und doch ist der zuletzt in Berlin mitgetheilte Entwurf aus eine solche Revision gerichtet, aber mit der Befürwortung einer Trias-Idee, die augenscheinlich nur auf eine Verschleppung der Sache berechnet sein kann. Es werden denn auch schon Stimmen laut, die Preußen rathen, die ganze Verhandlung fallen zu lassen und von den zwingenden Ereignissen die Annahme seiner praktisch allein durchführbaren Vorschläge zu erwarten. Wie wenig man im mittelstaatlichen Lager gemeint ist, sich mit Preußen zu verständigen, geht ja auch aus dem erneuten Versuche hervor, die europäischen Fragen an den Bund zu brin­gen. Die in dieser Hinsicht bekannt gewordene Intention Bayerns ist in handgreiflicher Weise, um es offen auszusprechen, weniger gegen Italien, als gegen Preußen gerichtet. In Bezug auf die Stellung Preußens zu den durch die allgemeine Situation angereg­ten Problemen ist seit Warschau und in Folge der Resultatlosigkeit des Congresses eine bessere Stimmung der politischen Kreise bemerkbar. Man sieht der Zukunft beruhigter entgegen, seit das feste Beharren auf der eingenommenen Linie wieder eine Probe bestanden und glücklich aus derselben hervorgegangen ist. Von beunruhigen­den Gerüchten, wie sie nach Teplitz umhergestreut wurden, ist diesmal nichts zu verspüren. In feudalen Blättern ist freilich ein schwacher Versuch gemacht worden, an Versprechungen und Garantieen für den Fall, daß Venedig irgendwo — selbst nur von Piemont — an­gegriffen würde, glauben zu machen, was keine andere Absicht haben kann, als mit einer solchen, den feudalen Wünschen entsprechenden Politik das Publicum vertraut zu machen und an eine solche Behandlung der brennenden Fragen zu gewöhnen. Man hat indessen nicht vergessen, daß an jenen Stellen auch von der Breslauer Zusammen-