Intelligenz-Blatt
der freien Madl Frankfurt.
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JE 262. Samstag den 3. November
1860.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 3. November. (Zur Situation.) Aus Berlin schreibt die „Kölnische Zeitung": Die Warschauer Zusammenkunft unterscheidet sich durch ihre Resultatlosigkeit von den früheren Zusammenkünften in Baden und Teplitz. In Baden hatte Preußen sowohl Frankreich als den Mittelstaaten gegenüber eine klare Position eingenommen, und man erinnert sich der zufriedenen Stimmung, welche die von dem Prinz-Regenten von Preußen bewiesene Festigkeit in ganz Deutschland hervorrief. Nach Teplitz waren die Eindrücke getheilter Natur, die zur Sondirung des Terrains verbreiteten Gerüchte beunruhigten das Publikum. Es stellte sich indessen bald heraus, daß nur für den Fall einer von Frankreich in seinem Interesse unternommenen Intervention eine Betheiligung Preußens in Aussicht gestellt war. In Warschau dagegen haben im Grunde nur diplomatische Unterhaltungen stattgefunden. . . . Seit 1830 hat es nur liberale, weil negative Congresse gegeben, und der in Warschau sollte die Zahl vervollständigen. Nach wie vor befindet sich die sogenannte conservative Politik entwaffnet vor dem Unbekannten. — Einem Gerüchte zufolge soll der Kaiser Napoleon, um auch den letzten Schein der Warschauer Demonstration zu neutralisiren, eine spätere Zusammenkunft mit dem Kaiser Alexander, sei es in Warschau, sei es an einem anderen Orte, einzuleiten wünschen. Der Versuch der Mittelstaaten, die europäische Politik und namentlich die italienische Frage wieder am Bunde anzuregen, ist chon deßwegen unerklärlich, weil sie gegen ihre Absicht dadurch einen Gegensatz selbst pa Hervorrufen werden, wo man die italienischen Dinge in einem für Sardinien nicht >urchaus günstigen Lichte ansieht. — Ein anderer Correspondent des nämlichen Blattes agt: Es hat sich in Warschau hinsichtlich gewisser leitender Gesichtspunkte der europäi- chen Situation allerdings eine Gemeinsamkeit der Auffassung zwischen den drei Großmächten herausgestellt, vorbehaltlich immer, auch hierin, verschiedener Schattirungen der Stimmung. Eine solche Verständigung ist aber weit entfernt von einem Uebereinkom-