Jg 260 Donnerstag den 1. November 1860.
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Ueberblick der EreignLffe èm Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 1. November. (Zur Situation.) Auch in Warschau glaubte Niemand, wie bestimmt versichert wird, daß Oesterreich jetzt in Italien mit einer bewaffneten Intervention vorgehen werde. Die Ergebnisse der Konferenz waren durchaus nicht dazu angethan. Man soll bei den diplomatischen Unterhaltungen — über solche ist man nicht hinausgekommen —, so viel wie es nur möglich war, vermieden haben, auf Eventualitäten einzugehen, die das gute Einvernehmen, welches die Zusammenkunft herzustellen und zu erhalten beabsichtigte, in Frage stellen konnten. Dies wäre wahrscheinlich der Fall gewesen, wenn man etwaige Garantie-Forderungen oder gewünschte Hilfsleistungen für dieses oder jenes Vorkommniß der Zukunft gründlich erörtert hätte. In Bezug auf die vorliegenden Fragen, wie sie die gegenwärtige Situation entgegenbrachte, hat sich Preußen von der durch seine letztenKundgebungen bezeichneten Linie nicht entfernt. Rußland scheint etwas mehr erwartet zu haben. So dürfte es sich denn bald bewähren, daß der Con- greß, von der für die defensive und vorsorgliche Haltung der Mächte allerdings bedeutsamen Entente, die schon vor Warschau bestand und die der Kongreß befestigt hat, abgesehen, kein posiives Resultat erzielt hat. — Die „Preußische Zeitung" bemerkt in Bezug auf den neulichen Vorwurf der „Times": die preußische Notesei so unentschieden, daß sie den Schein der Duplicität auf sich ziehen müsse: „Hiernach würde eine Macht die Politik einer anderen Macht stets entweder billigen und unterstützen oder mit den Waffen bekämpfen müssen. Die Beispiele des Gegentheils sind aber geradezu zahllos, und wenn die Behauptung der Times richtig wäre, so würde in der Welt bald entweder die Eintracht des goldenen Zeitalters, oder es würde ein permanenter Kriegszustand herrschen. Billigte England 1823 die Intervention in Spanien, billigte es 1828 den Krieg Rußlands gegen die Türkei, ja, billigte es ganz neuerdings den Einmarsch der Oesterreicher in Piemont? Hat es in allen diesen und vielen anderen ähnlichen Fällen zu den Waffen gegriffen, um seiner Mißbilligung Nachdruck zu geben? Oder hat es sich, weil es dies nicht that,