Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stabt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, K und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförrchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 256 SamLag den 27. Octoder 1860.

UeberbliÄ der Greègniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 27. October. (Der Congreß deutscher Volkswirthe.) Der volkswirthschaftliche Congreß hat bereits eine solche praktische Bedeutung und eine so wichtige Stellung im Volksleben erlangt, daß es an der Zeit ist, dessen Einrichtung dauernd festzustellen. Das Bremer Handelsblatt macht in dieser Beziehung einige Vor­schläge, die zum Theil schon während der letzten Versammlung in Köln besprochen und gebilligt worden sind. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß bei einer täglichen Arbeit von 8—9 Stunden und der angestrengten Aufmerksamkeit, welche die dort verhandelten durchgängig so wichtigen Fragen erfordern, die Dauer von 5 Tagen zu lang ist; 3, höchstens 4 Tage genügen. Dafür muß aber auch die Tagesordnung kürzer gemacht und nur mit Gegenständen von Bedeutung und allgemeinem Interesse besetzt werden. Be­nützung der fließenden Gewässer, Verkoppelung, Elbzölle, Zölle auf Häute rc., die kürz­lich vorkamen, diese Fragen betreffen zu sehr das Spezialinteresfe und werden besser von den Betheiligten selbst verfolgt. Die Berichterstattung über das vergangene Jahr kann kürzer werden, wenn man die Berichte der Abtheilungen vorher druckt und vertheilt. Bereits Verhandeltes, wie z. B. das abgedroschene Prüfungswesen, das Wandern der Handwerker rc., darf nicht wiederholt werden. Betreffs der Abtheilungen schlägt das „Br. H." paffend vor, die I. für Verbreitung der Lehren der Volkswirthschaft ganz auf- zuheben, weil der ganze Congreß unter diese Kathegorie gehöre. Dafür soll eine neue Abtheilung für Steuer- und Geldwesen gegründet, die für Gewerbe- und Genossenschaft­wesen aber vereinigt werden. Für Geld- und Münzwesen wird man aber wohl keine ständige Abtheilung zu bilden brauchen, weil diese Frage eine vorübergehende ist, und hoffentlich in den nächsten Jahren zum Abschluß kommt; dagegen wird es über das Steuerwesen, solange nicht die grundsätzlich richtigste Einkommensteuer eingeführt ist, stets Streitfragen genug geben. Ebenso möchte das Armenwesen, ein sehr wichtiger Gegenstand, von dem Gewerbwesen, mit dem es nichts zu thun hat, zu trennen sein, so daß es mit dem landwirthschaftlichen im Ganzen bei fünf Ausschüssen als ständigen Gliedern des Congresses bliebe. Eine neue Einrichtung, die wir für sehr nothwendig und als praktisches Mittel zur Ausbreitung der Vvlkswirthschaftslehren für folgen­reich hielten, das wäre die Anstellung von Wanderlehrern, welche in den gerade in jetziger Zeit so häufigen Versammlungen von Handels- und Gewerbetreibenden, in gewerbe- und landwirthschaftlichen Vereinen, Lesevereinen rc., die gerade vorliegenden Fragen vom volkswirthschaftlichen Standpunkte aus beleuchteten und mit dem Lichte