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Intelligenz-Blatt der freien Madl Frankfurt. /£^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, D^W^^D und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. F^^^S

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

â 248. Donnerstag den 18. October 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer MontagS. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 18. October. (Das Patrim onium Petri.) Während wir dieses schreiben, befindet sich von dem ganzen Kirchenstaate nur noch das Land zwischen dem Mignone, der etwas nördlich von Civita-Vecchia in das mittelländische Meer mün­det, und der unteren Tiber in päpstlichen Händen, und jenes auch nur durch die An­wesenheit der französischen Truppen. Man hat das nun noch übrige Gebiet, namentlich ranzöstscher Seits, in der letzten Zeit oft mit dem Ausdrucke: „eigentliches, ursprüng- iches, engeres Patrimonium Petri" bezeichnet, indessen mit Unrecht, wie sich aus der olgenden kurzen Skizze der Entstehung und Ausbildung des heute „Kirchenstaat" ge­nannten Gebietes ergeben wird. Den göttlichen Ursprung des sogen. Erbgutes des h. Petrus überlassen wir natürlich den Astronomen und Astrologen zur Untersuchung, und halten uns nur an das historisch Nachweisbare. Der mannichfach bestrittene An­spruch der Bischöfe Roms auf die Erbschaft des Heiligen Petrus, des Hauptes der Apostel, und auf das geistliche Primat erhielt erst im. 8. Jahrhundert eine festere Grund-. läge durch weltlichen Besitz; denn vorher saßen die römischen Bischöfe noch auf dem wenigstens scheinbaren Gebiete der ost-römischen Kaiser, und hielten, immer an das eigene Interesse denkend, in den Kämpfen der letzteren mit den Longobarden bald auf der einen, bald auf der andern Seite, so schon frühe das Haupthinder-niß einer staatlichen Einheit Italiens bildend. Des Papstes Zacharias' Ausspruch für einen Thron- und Kronenraub — die erste glänzende Ausübung der päpstlichen Machtvollkommenheit in Absetzung und Einsetzung von Königshäusern — erwarb ihm durch Pipin's des Kleinen Dankbarkeit das den Longobarden entrissene Exarchat, dessen Hauptstadt Ravenna war und zu dem Rom mit seinem Gebiete gehörte. (Das unmittelbare Gebiet des noch von den byzan­tinischen Kaisern abhängigen Exarchen ging von Ancona bis zu den Po-Mündungen; Rom und Neapel hatten Herzoge unter dem Exarchen.) Dieß ist die Grundlage des Kirchenstaats, vor 1105 Jahren auf einer stolzen Anmaßung und dem unseligen Zwiste zweier deutscher Volksftâmme — der Franken und Longobarden — erbaut, und von da an mit wechselndem Erfolge, aber so irdischem Sinne, wie ihn je ein weltlicher Herrscher gehegt, weiter entwickelt. Papst und Karolinger konnten sich gegenseitig gebrauchen und, sie fanden sich. Eine vom Papste in eigennützigem Interesse geförderte Ehescheidung