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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, âA^^W und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. i WWw

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) â 244 Samstag den 13. October______1860.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. LtnrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 13. October. (Zur Situation.) Die unbestimmten Befürch­tungen, welche die Warschauer Zusammenkunft eine Zeit lang hervorrief, waren wohl erklärlich, Oesterreichs Interessen und Rußlands Schein-Legitimismus schienen das Programm vorzuzeichnen. Die Wahrnehmung indessen, daß es mit der russisch-öster- retchtschen Allianz noch gute Wege habe, führt die Voraussetzungen auf ein richtigeres Maß zurück. Es konnte von guten Nachrichten über die Richtung der russischen Poli­tik ganz abgesehen, nicht unbemerkt bleiben, daß das Journal de St. Petersbourg sorg­sam jedem Gerücht entgegentrat, das an die Vermittlung eines besseren Einvernehmens zwischen Wien und Petersburg glauben machen wollte. Die berufene Times-Depesche vom 11. September, so wie angebliche politische Missionen hochstehender russischer Per­sönlichkeiten nach Wien wurden in Petersburg, was dort selten geschieht, augenschein­lich osficiös in fast allen Blättern dementirt. Diese Haltung der russischen mehr oder weniger inspirirten Presse deutete jedenfalls nicht auf eine in naher Zeit zu erwartende intime Allianz zwischen den beiden seit dem Krimkriege gegen einander verstimmten Mächten. Die Warschauer Begrüßung mag immerhin persönlich etwas herzlicher ausfallen, als die frühere in Weimar am 1. Oct. 1857. Von einem solchen, möglicherweise cordialen Gedanken­austausch bis zu einer Verschmelzung widerstrebender politischer Interessen ist es noch weit. Steht nun außerdem fest, daß auch auf preußischer Seite nichts weniger beab­sichtigt wird, als die Wiederanknüpfung von Bezügen, die an die heilige Allianz erinnern könnten, so scheinen den durch den War­schauer Fürstentag erweckten Befürchtungen die thatsächlichen Mo­mente durchaus zu fehlen. Die heilige Allianz war bekanntlich auch besonders auf die Regelung der inneren Verhältnisse in den betheiligten Staaten nach Metternich - schem Muster berechnet. Der ärgste Pessimist wird aber kaum glauben können, daß das gegenwärtige Preußen sich gegen Oesterreich und Rußland, sollten diese Staaten zusammenstimmende Wünsche in dem bezeichneten Sinne hegen und äußern, willfähri­ger zeigen würde, als gegen die Mittelstaaten in Baden-Baden. Man hat tn ^olen richtig herausgefühlt, daß die Verordnung vom 29. September über das Herrenhaus etwaigen auf die Warschauer Zusammenkunft gebauten Hoffnungen der reactionaren Partei jedenfalls keinen Vorschub leistet. - Die Meldung der Daily News über eine