ZnteHigenz-Blatt der freien Stadt Frsnkfurt, /^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. t
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 240 Dienstag den 9. October 1860.
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Ueberblick der GreignMe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 9. October. (Zur Situation.) Das preußische Ministerium hat sich durch die neuesten Ernennungen für das Herrenhaus Seitens der Krone eines Mittels bedient, das ihm gewiß aus allen Seiten, die eben nicht dem Extravaganten huldigen, Anerkennung und Beifall erworben. Es erfüllt seine Pflicht mit Bewußtsein und schreitet mit Beharrlichkeit aber maßvoll fort. Es achtet ein Institut und dessen Bedeutung für den Staat auch abgesehen von Persönlichkeiten, und es führt ihm hinwiederum Persönlichkeiten zu, welche, weit entfernt den conservativen Charakter des Herrenhauses zu zersprengen, ihm hur zu demjenigen Gange verhelfen werden, der sich gern dem Dienst des Garizen, dem unabänderNA Nothwendigen und dem allseitig als ersprießlich Erkannten fügt. Von den in dèr juristischen und politischen Welt bekannten neu ernannten Mitgliedern des Herrenhauses weiß man, daß sie der liberalen Anschauung huldigen und die liberale Seite des Herrenhauses stärken werden. Dasselbe wird auch mit den Uebrigen der Fall sein, wenn sich dieselben auch bisher nicht im politischen Leben sonderlich bemerkbar gemacht haben. Es genügt schon, daß sie dem starren unbeweglichen Conservatismus oder gar der Reaction nicht angehören. Allerdings wird daS «Stimmenverhältnis; durch diese neue Pairscreirung noch nicht besonders geändert werden, indessen kann dieser Zuwachs in mancher Sache schon den Ausschlag geben, und vor Allem wird die bisher fast machtlose liberale Partei im preußischen Herrenhause eine bedeutende moralische Verstärkung erhalten. Um die Wichtigkeit des Schrittes richtig zu beurtheilen, ist das sehr wohl zu berücksichtigen, so wie der Umstand, daß diese Ernennungen gewissermaßen nur als vorbereitende Maßregeln für die nächste Session erfolgt sind. Krone und Ministerium i n P r e u ß e n haben gezeigt, daß sie die Bahn des richtigen Fortschritts unbeirrt weiter gehen werden. — Die Preußische Armee besitzt zur Zeit 1 Feldmarschall, Freiherrn V. Wrangel, 1 General-Oberst der Infanterie, den Prinzen von Preußen, und 1 General-Feldzeugmeister, den Prinzen Karl von Preußen. Beide ebenfalls im Feldmarschall-Rang, sonst aber eiye Generalität von 32 Generalen der Infanterie und Cavallerte, 37 General-