Einzelbild herunterladen
 

Zntelliaenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt. ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^^D^W und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

<*Meee®ee®O®eww»ewe ---

(Expedition: am Geistpfèrtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 226, Samstag den 22. September 1860.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich oder vom L. Oetober beginnend, zu ermäßigtem Semester-Preife von der Expedition angenommen.

Veberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 22. September. (Zur Situation.) DerSpecial-Correspondent der „Times" schreibt aus Shanghai, 4. Juli, unter Anderem: „Ueber die Streit­macht der Chinesen in den Toku Forts haben wir verschiedene Berichte, welche die chinesische Truppenzahl übereinstimmend auf blos 25,000 Mann schätzen. Ueber die Armee in Kintstk und Peking haben wir keine zuverlässige Angaben. Wie der russische Gesandte, General Jgnatieff sagt, glauben die chinesischen Behörden nicht, daß wir eine Armee haben, und rüsten sich blos gegen einen Angriff der Flotte. Da ich den Gene­ral Jgnatieff genannt habe, darf ich hinzufügen, daß ich gestern eine Unterredung mit ihm hatte, und daß er auf die in England voriges Jahr verbreiteten Gerüchte, wonach Ruffen in den Toku Forts den Chinesen geholfen hätten, zu sprechen kam. Zwei Tage vor dem Toku-Unfall langte er in Peking an, denn er war mit Eilpost dahin gereist, um zugleich mit Herrn Bruce anzukommen. Fast gleich nach seiner Ankunft hörte er von unserer Niederlage, wollte der Nachricht keinen Glauben schenken, und schrieb an seine Regierung, daß es ein falsches Gerücht sein müffe. Etwa 4 Monate später las er die Briefe in der „Times," mit der Behauptung, daß die Russen mit den Chinesen kooperirt hätten. Sein erster Gedanke war, dem Admiral Hope zu schreiben und zu versichern, daß die Angabe der geringsten Bedeutung entbehre, allein, da er sah, daß die „Times" selbst die Idee ungereimt fand, fühlte er sich überzeugt, daß die öffentliche Meinung Englands über den Gegenstand aufgeklärt werden würde. Ich habe es mir angelegen sein lassen, die Sache zu untersuchen, und ich glaube nicht, daß jenen Berichten irgend etwas Thatsächliches zu Grunde lag. Die englische Flotte wollte natürlich nicht gern gestehen, daß sie von Chinesen allein geschlagen werden konnte. Man hat dem Ursprung der Gerüchte nachgeforscht, und ein Marinesoldaten-Offizier erklärte, daß er 40 Ellen von den Forts eine Stimme auf russisch kommandiren hörte, das Pulver her­beizubringen. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß den Offizier im Getöse der Schlacht uno im Donner der Geschütze sein Gehör getäuscht hat» Die Russen konnten den Aus-