ZntelligenzBIatt her freien Madl Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförrchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 208. Samstag den 1. September 1860»
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 1. September. (Zur Situation.) Die „südd. Ztg." zieht aus ihren Berliner Korrespondenzen folgendes Resumä der Angaben über die Teplitzer Resultate: 1) Es ist in Teplitz „Uebereinstimmung der Ansichten und Absichten in den wichtigsten europäischen Fragen" constatirt worden. Insbesondere: 2) Uebereinstimmung in Betreff der syrischen Fräge. 'In Bètreff der italienischen Frage reducirt sich bet näherer Erörterung dieses Einverständniß auf Folgendes: a) die preußische Regierung wünscht die Erhaltung des Königreichs Neapel, weist aber jede bewaffnete Jnter- ventton für diesen Zweck zurück. Die Ansichten des Wiener Kabinetes „gehen sehr viel weiter und beruhen auf einem wesentlich anderen Princip. Preußen hat in Teplitz seine Auffassung der neapolitanischen VerhäÜnifse nicht geändert. Nichtsdestoweniger ist auch hier eine Uebereinstimmung über die gegenwärtig rathsamen Schritte möglich (und an« scheinend erreicht worden), trotz der Differenz in der Gesammtauffassung. Oesterreich wird viel gewonnen glauben, wenn nur die preußischen, mit den englischen wesentlich übereinstimmenden Intentionen zur Ausführung kommen." Ueber die Unterstützung einer etwaigen österreichischen Intervention in Italien hat man sich demgemäß keineswegs verständigt, sondern nur diplomatische Einwirkung Preußens, im Benehmen mit England, in Aussicht gestellt, b) Auch eine Verständigung über die Leistung von bewaffnetem Beistand für den Fall eines italienischen Angriffs auf Venetien hat nicht stattgefunden. Dagegen wird c) zu verstehen gegeben, daß für den Fâll eines französisch-italienischen Angriffs solcher Beistand zugesagt sei. Jedoch ist 4) in Teplitz erklärt worden, daß eine aufrichtige und nachdrückliche Unterstützung Oesterreichs nur möglich sein werde, wenn in der inneren Politik des Kaiserstaats ein wesentlicher Umschwung eingetreten sei. Völlige Gleichberechtigung der Protestanten und ein „consequentes Fortgehen auf der Bahn liberaler Entwicklung" werden als die in Teplitz angedeuteten „Bedingungen" bezeichnet. Ob auch die preußische Hülfe im Falle eines französisch-italienischen Angriffs von der Erfüllung dieser Vorbedingungen abhängig gemacht worden sei, ist -nicht positiv gesagt. Eine so scharfe Präzistrung scheint überhaupt nicht stattgefunden zu haben; sie ist ohne schriftliche Punktation kaum denkbar und die Existenz einer solchen wird 5) entschieden in Abrede gestellt. Endlich 6) ist in Teplitz keinerlei Abkommen über die Frage der Bundeskriegsverfaffung getroffen worden. — Wir lesen in der„Vossischen Zeitung": Preußen besitzt jetzt 4 Arten von Feld-Geschützen: den 6 Pfünder, den 12 Pfünder, die 7 pfündige Haubitze und den gezogenen