Intelligenz-Matt der freien Sindt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^^â^W^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförachen, Schlachthausgaffe 21.)
M 204. Dienstag den 28» August 4860.
Ueberblick der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 28. August. (Zur Situation.) Die „Times" bringen einen Artikel über die Ereignisse in Syrien. Die Mächte müssen eine Wiederholung solcher Gräuel unmöglich machen; die türkischen Behörden seien dazu nicht im Stande. Auf der andern Seite aber dürften die Drusen oder Maroniten nicht noch mehr Macht erhalten. Die einzige Lösung ist die Herstellung einer Autorität in Syrien, welche im Stande ist, das Gleichgewicht zwischen diesen unruhigen Stämmen zu halten. Man ^braucht deswegen Syrien nicht Frankreich, oder England, oder Rußland, oder einer anderen Macht in die Hände zu geben. Der Vicekönig von Aegypten hat vor einigen Jahren den Beweis geliefert, daß er Syrien erobern und als ein Appendix seiner Provinz auch regieren könnte. Aber auch das braucht man nicht anzunehmen. Andererseits gibt es mehrere europäische Souveräne, welche den Titel „König von Jerusalem" führen; einer derselben sucht eben jetzt einige seiner Rechte wieder geltend zu machen. Aber es ist nicht nöthig, daß man so weit gehe, um ein Mittel für Beseitigung des gegenwärtigen Zustandes in Syrien zu finden. Der Sultan setze dort den ehrenwerthesten und fähigsten Mann, den er finden kann, ein; er gebe ihm Syrien als Lehen des türkischen Reiches, der ihm einen Tribut bezahlt und ein militärisches Contingent zur Vertheidigung des Sultans gegen seine Feinde liefert. Eine solche Einrichtung kann bis zu einem gewissen Grade nicht ohne Mitwirkung der Mächte geschehen, aber diese werden eine solche nicht verweigern und wenn der Sultan auch einen Theil seiner Autorität dabei verlöre, so gewänne er auf der andern Seite doch, daß Syrien fester denn je in seiner Hand wäre. — Der „Moniteur" bringt die Rede, welche der Kaiser Napoleon in Lyon hielt und die also lautete: „Ich danke Ihnen für die Art und Weise, wie Sie meine Bemühungen für die Vermehrung der Wohlfahrt Frankreichs würdigten. Ich bin einzig und allein nur mit den allgemeinen Interessen des Landes beschäftigt. Ich verschmähe Alles, was seiner Entwicklung ein Hinderniß bereiten könnte; auch findet ebenso das außerhalb der Gränzen erregte Mißtrauen, wie der übertriebene Alarm egoistischer Interessen im Innern mich unempfindlich; nichts wird mich vom Pfade der Mäßigung und Gerechtigkeit abweichen machen, den ich verfolgt habe und der Frankreich auf der Stufe der Größe und Wohlfahrt erhält, den ihm die Vorsehung in der Welt zugetheilt hat. Gebt Euch also mit Vertrauen den Arbeiten des Friedens hin; unsere Geschicke sind in unseren Händen; Frankreich gibt in Europa den Antrieb zu allen großen und edlen Ideen; es duldet eher schlimme Einflüsse, als daß es entartet; glaubt mir aber,