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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 192. Dienstag den 14. August 1860.

UeberbLick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 14. August. (Zur Situation.) Preußen hat sich in Bezug auf Italien darauf beschränkt, durch seine Rathschläge in mäßigendem und versöhn­lichem Sinne zu wirken. Es muß, um unabsehbaren Verwicklungen vorzubeugen, wün­schen, daß es der neapolitanischen Dynastie gelingen möge, durch Einführung und auf­richtige Handhabung constitutioneller Institutionen den Sturm zu beschwören. Sollte der Gang der Dinge diese Wünsche nicht erfüllen, und die Revolution über den Thron der Bourbonen hinweggehen und auch den Kirchenstaat in die italienische Einheitsbewe­gung hineinreißen, dann ist es die gebotene Pflicht Preußens und Deutschlands, auch fernerhin das Princip nach allen Seiten hin aufrecht zu erhalten, dem alle be­stehenden Regierungen Italiens, bis auf die piemontesische, geopfert worden sind: das Princip der Nicht-Intervention. Wenn die Italiener auch dann noch weiter gehen und den Kampf um die Annexion Venedigs an den großen italienischen Einhèitsstaat beginnen wollen,so müssen sie darauf gefaßt sein, ihn allein zu bestehen und die ganze Gefahr und alle Folgen eines für sie unglücklichen Ausganges zu tragen. Preußen und Deutschland könnten nie und nimmer dulden, daß eine fremde, außer-italienische Macht, welche es immer sey, an diesem Kampfe sich betheilige. Italien, welches jetzt die Vortheile der Nicht-Intervention genießt, muß auch wissen, daß es von nun an nur auf seine eigenen Kräfte, nicht aus auswärtige Hülfe zu zählen hat. — Bei der Schleifung der Festung Jülich, welche Anfangs September stattfindet, werden mit anwesend sein: das 1., 2., 5. und 6. Regiment, das 8. Jäger-Bataillon, das 8. Cürassier-Regiment, zwei Schwadronen des 7. Husaren-Regiments und mehrere Batterien der 8. Artillerie-Brigade. Außerdem werden viele Pionniere, bereit schon 600 nach Jülich abgingen, bei diesen Belagerungs-Uebungen verwendet. Die Leitung ist dem General von Kleist übertragen, während die Generale von Klaß und v. Etzel ebenfalls thätig sind. Gegen Ende dieser Uebungen wird der Prinz-Regent von Preußen sich nach Jülich begeben. — Das „Pays" theilt Folgendes mit: „Die eingetroffenen Meldungen aus Konstantinopel bieten von der allgemeinen Lage der Türkei eine Schilderung, welche zu beweisen geeignet ist, wie dringend und nothwendig die europäische Intervention war, an deren Spitze Frankreich sich ohne Zögern gestellt hat. Die Re­gierung des Sultans nähme nun nicht den geringsten Anstand, ihre relative Unmacht anzuerkennen, und zuzugeben, wie nöthig ihr der Beistand Europas ist, um