ZntelligenzBlatt
der freien Madi Frankfurt« ^™ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
WMMWUmWWWIII-- (Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 190. Samstag den 11. August 1860.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 11. August. (Zur Situation.) Ueber die Zustände in Damascus wird der „Times" aus Alexandrien Folgendes geschrieben: Die Lage ist in sofern besser geworden, als das Morden aufgehört hat (diese Nachrichten find vom 16. Juli), aber die Christen, die in der Stadt zurückgeblieben, sind noch immer gefährdet, und dürfen es nicht wagen, ihre Zufluchtsorte zu verlassen. Der größere Theil befindet sich daher bis zur Stunde im Hause des englischen Gesandten und Abdel Kaders, der alle Mühe hat, seine Schützlinge vor dem Verhungern zu beschützen. Herr Brant, der englische Consul, beherbergt unter Anderen den österreichischen Consul. Daß das britische Consulat verschont wurde, ist verschiedenen Zufälligkeiten zuzuschreiben: seiner Entfernung vom Christenquartiere, gegen das die ganze Wuth des Pöbels concentrirt war, und dem Umstände, daß es hart neben einer Moschee steht, und nicht in Brand gesteckt werden konnte, ohne Letztere zu gefährden. Zunächst vielleicht auch dem Umstande, daß in Syrien und den weiten Provinzen der Türkei, Mahomedaner sowohl wie Drusen gegen Engländer weniger Erbitterung als gegen alle anderen Christen an den Tag legen. Nachdem die Schlächterei vorbei war, wurden die Leichen haufenweise in die Brunnen des Christenviertels geworfen. Die türkischen Soldaten betheiligten sich nach wie vor am Plündern, und man sah sie geraubte Gegenstände offen nach ihren Standquartieren schleppen. Das Benehmen des Gouverneurs wird von allen Seiten auf's Heftigste verdammt. Alles ist darin einig, daß er den Aufstand im Beginne hätte unterdrücken können, wäre es ihm nur Ernst gewesen, sein Ansehen geltend zu machen; daß er im Voraus von dem was sich vorbereitete, Kunde hatte; daß er trotzdem weoer half noch auch warnte, sondern sich damit begnügte, für seine Sicherheit zu sorgen, indem er sich und seine Familie nach dem Kastell in Sicherheit brachte. Kurz und gut, er benahm sich genau so, wie Namik Pascha während der Christenverfolgung in Jeddah. Abdel Kader, der um eine kleine Truppenabtheilung zum Schutze seines Hauses gebeten hatte, erhielt eine abschlägige Antwort. Dagegen bot der Gouverneur dem englischen Consul eine Schutzwache an, die aber von diesem abgelehnt wurde, wahrscheinlich weil er dem Pascha und dessen Truppen mißtraute. Noch immer fürchten wir für das Schicksal der Christen jn Jerusalem und Aleppo. Selbst in den Städten an der Küste herrscht große Angst, und sonderbar I von Lotokia sowohl wie von Jaffa, somit von den entlegensten Punkten, kommt uns die Nachricht zu, daß das Gerücht von einer bevorstehenden europäischen Intervention in allen mohamedanischen Landen verbreitet sei, und daß sämmt-