Zntelltgevz-Blatt
her freien KM Frankfurt. ^ verbunden mit dem Amtsblatt, Orga» der hiesigen Staatsbehörden, und den Fraulfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Eeistpfèrtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 184. Samstag den 4. August 1860.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 4. August. (Zur Situation.) In den letzten Tagen hat die Syrische Angelegenheit das Publikum ein wenig stutzig gemacht. Man hat Gerüchte von einem Zwiespalt zwischen der englischen und französischen Politik verbreitet, und bei der fast ängstlich delikaten Stellung der Europäischen Börse, ist natürlich die kleinste Bewegung des Züngleins der politischen Wage hinreichend, in der Journalistik und in den Portefeuilles unserer Finanzgrößen, große Schwankungen zu erzeugen. Dabei ist nicht zu vergessen, daß die in Teplitz verabredeten „Anknüpfungspunkte", die von der hundertzüngigen Fama sehr vergrößert wurden, dazu beitrugen, in den Kreisen des Handels und der Geschäfte den Glauben an eine Coa- Ittton gegen Frankreich, und an einen nahen Bruch des Friedens zu verbreiten. Herr v. Tall eyr and, hat bekanntlich als Lebensregel aufgestellt, sich nie von seinen ersten Gefühlen hinreißen zu lassen. Und unsern vaterländischen Zeitungslesern dürfte das gleiche Recept anzurathen sein. Die westliche Strömung, die von Washington anfangend, mehr und mehr das liberale Prinzip über den Osten unseres Erdtheils verbreitet, ist der Hauptfactor der Geschichte unseres Jahrhunderts; die Sendung einer französischen Armee nach Beiruth und die vier gewichtigen Zeilen des Kaisers von Oesterreich, die dem Reichsrathe eine entscheidende Initiative bei Finanzsachen zugestehn, sind nur Folgen und Corolarien desselben Hauptprincips. Wo sollten denn auch die reactionären Coalitionen gegen den Fortschritt des menschlichen Geistes hinführen? Wir geben zu, daß man gegen die obengenannte Strömung auf kurze Zeit Brustwehre und Dämme erbauen kann; reguliren lassen sich vielleicht einigermaßen die mächtigen Fluthen der frischgeborenen, politischen Freiheit, aber dieses Weltmeer auszu- trocknen, wird keiner reactionären Zeitung je mehr gelingen. Der Capitalist möge sich also zu seiner eigenen Beruhigung sagen: daß der Lärm und das confuse Gepolter ver zusammenstürzendenreactionärenElemente in Europa nur eine momentane Erschemung sind, die einer späteren gründlichen Besserung vorangehen. Er möge ja nicht.aus den Augen verlieren, daß England, Spanien und Frankreich die ähnliche Krisen durchgemacht haben, und die ihre Staatspapiere zu unerhört tiefen Preisen gesunken sahen, nun an der Spitze der soliden, credithabenden Finanzadmimstratlonen stehen. Neapel und selbst die Türkei werden auch einmal, vielleicht recht bald, geregelte Finanzen und hochstehende Papiere besitzen, denn Credit ist stets ein Bruder der Freiheit und der Ordnung! Diese Bemerkung ist heutzutage nicht