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Zntelttgenz-Blatt

der freien MdI Frankfurt, /£?S

verbundm mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, vnd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. $1111®

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 182. Donnerstag den 2. August 1860.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 2. August. Die „Preußische Zeitung" bespricht die Aussichten, welche an die Teplitzer Zusammenkunft sich knüpfen, in einem Leitartikel folgender Maßen: „Die Aussichten, welche die Zusammenkunft der Herrscher von Preußen und Oesterreich in Teplitz eröffnete, sind nicht getäuscht worden. Die Annäherung, welche sich bereits seit einiger Zett zwischen den beiderseitigen Cabinetten kund gegeben, hat durch die persön­liche Begegnung der Monarchen eine erwünschte Förderung erfahren. Der entgegen­kommende, offene und loyale Verkehr, welcher zwischen den Fürsten selbst, wie zwischen ihren vornehmsten Räthen in Teplitz stattgefunden hat, konnte nicht verfehlen, die Ge­fühle gegenseitiger Achtung zu erhöhen und zu stärken. In dem ungezwungenen und aufrichtigen, weder durch Formen noch durch Rücksichten irgend einer Art beengten Aus­tausch der hier wie dort herrschenden Anschauungen, hat die gegenseitige Stellung mit ihren Aufgaben, ihren Forderungen, ihren Pflichten und ihren Rechnungen klar hervor­treten können, und ist es möglich gewesen, die Bedingungen eines ernsten und aufrichtigen, jeden Hintergedanken ausschließenden Zusammengehens in ihrem vollen Umfange und in ihrer ganzen Tragweite zu übersehen. Indem sich über die wichtigsten Fragen der europäischen Politik eine höchst erfreuliche Uebereinstimmung der beiderseitigen Auffassung bemerklich machte, hat Deutschland in dieser Zusammenkunft nicht bloß eine neue Ge­währ für seine Sicherheit empfangen, es darf sich auch der Hoffnung hingeben, daß das Gewicht seiner Interessen in Zukunft schwerer als bisher in die Wagschale der Ent­scheidung fallen wird. Europa aber wird in den Tagen von Teplitz eine neue Bürg­schaft für die Aufrechthaltung des Friedens, für die Achtung seines Gleichgewichts er­blicken dürfen. Wir hatten auf den unverkennbaren Zusammenhang hingewiesen, welcher zwischen den neuen Wegen, die Oesterreich für seine innere Politik betreten, und jenen Schritten zu einer Annäherung an Preußen Statt finde, aus welchen die Zusammenkunft von Teplitz hervorgegangen ist. Es kann heute kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die Regierung des Kaiserstaates entschlossen ist, auf der betretenen Bahn weiter voran zu schreiten , und sowohl den Consessionen, als den Rationalitäten ihres weiten Reiches gegenüber diejenige Stellung einzunehmen, welche Oesterreich im Innern wie naty Außen mit neuer toast zu erfüllen geeignet ist Es bedarf keiner Ausführung, welche Hindernisse eines einmüthigen Zusammenstehens, welche Quellen von Argwohn und Mißtrauen durch diesen Gang der österrelchrschen Polrtik besertlgt werden müssen, welche Aussichten auf eine herzliche Einigung der Cabmette mcht bloß, sondern auch der