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M 178. Samstag den 28. Juli 1860.

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. Juli. Ueber die Zusammenkunft inTeplitz bringt die ministerielle Preußische Zeitung folgenden Artikel: „Die Tage von Baden boten der Welt einen An­blick, welcher die Aufmerksamkeit fesselte, weil er überraschte und die Gemüther spannte, weil aus dem Unerwarteten das Außerordentliche hervorgehen zu müssen schien. Nicht dies, aber ein erhöhtes Vertrauen, ein gestärktes Gefühl der Bürgschaften, welche Deutsch­lands Sicherheit gewährleisten, eine Beruhigung Frankreichs und Deutschlands waren die Frucht jener Begegnung. Der Zusammenkunft in Baden folgt nun im Laufe weniger Wochen die Zusammenkunft in Teplitz. Es ist Oesterreichs Herrscher, welcher den Wunsch nach dieser Zusammenkunft zuvorkommend ausgedrückt hat. Niemand in Preußen ist gemeint, zu leugnen, daß eine Annäherung zwischen Oesterreich und Preußen als ein wohlthätiges und freudiges Ereigniß zu begrüßen ist, wenn für ein Zusammengehen die haltbaren Grundlagen, wenn die Bedingungen, welche jedem Theile gerecht werden, ge­funden und auf beiden Seiten mit ernster Aufrichtigkeit angenommen werden können. Daß die Mission, daß die Lebensbedingungen unseres Staates heute deutlicher als zu irgend einer früheren Zeit begriffen, daß sie zu klar und fest erfaßt worden sind und bereits zu wohlthätige Früchte getragen haben, um jemals wieder mißkannt oder preis- gegeben zu werden, das ist in Preußen keinem Einsichtigen mehr verborgen. Und mit Genugthuung können wir es sagen, daß die gegenwärtige Lage unseres Staates mit ihren großen Pflichten und den davon unzertrennlichen Rechten auch außerhalb Preußens zu immer vollständigerer Würdigung gelangt; am wenigsten wird diese Lage, werden diese Aufgaben Preußens von unserem großen deutschen Bundesgenossen verkannt. Wenn demnach von Seiten Oesterreichs Schritte der Annäherung an Preußen in einem Augen­blicke geschehen, in welchem Oesterreich selbst ernster als je mit dem Versuche beschäftigt ist, sei» Staatsleben in freiere Bahnen zu leiten, so wird dem unbefangenen Blick der Zusammenhang zwischen dieser neuen verheißungsvollen Richtung der inneren Politik des KaiserstaateS und jener Annäherung nicht verborgen bleiben können. Man wird sich unter diesen Umständen mit vollem Vertrauen der frohen Hoffnung hingeben dürfen, daß von Seiten Oesterreichs thatsächliche Beweise einer Politik bevorstehen, welche den Lebensbedingungen des preußischen Staates, des deutschen Vaterlandes, Rechnung zu tragen bereit ist, welche in dem auf diesem Wege herbeigeführten einmüthigen Zusammen­stehen des gesammten Deutschlands die beste Gewähr für alle deutschen Staaten erblickt. Diejenigen, welche Angesichts der Begegnung der Herrscher von Preußen und Oester-