ZnteUigenz-Blatt
Ser freien MSt Frnnksnrt, zS^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfntter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 81.)
^Z 170. Donnerstag den 19. Juli 1860.
D^b" Bestellungen auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich von der Expedition für dieses Semester angenommen.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. Juli. (Ein Schreiben Cremieux's.) Der „Siecle" veröffentlicht das nachstehende Schreiben des Herrn Ad. Cremieux an seine Glaubensgenossen. „Paris, 11. Juli 1860. Meine lieben Glaubensgenossen! Die ganze Erde war uns verschlossen, bis am ersten Tage der unsterblichen Revolution Frankreich uns seine Arme öffnete und zu Bürgern machte. Dieses Frankreich, das uns auf so wundervolle Art befreit, das uns adoptirt hat, das uns seinèKinder nennt, ist das^christliche Frankreich. Und seht, wie im Orient die Christen der scheußlichsten Verfolgung ausgesetzt sind. Tortur, Meuchelmord, Raub, Brandstiftung, Ermordung von Frauen, Kindern, Greisen, selbst Verstümmelung der Leichen: das ist das entsetzliche Bild, welches heute die ganze Gegend des Libanon darbietet. Das Blut stießt; Elend und Hunger verbreitet sich über zahlreiche Bevölkerungen, die der muselmännische Fanatismus im Kampfe selbst gegen die Absichten und die Streitkräfte der türkischen Regierung vernichten will und deren einziges Verbrechen darin besteht, Christus anzubeten. Französische Israeliten, laßt uns als die ersten, unsern christlichen Brüdern zu Hülfe kommen; warten wir nicht die stets so langsamen Resultate der Diplomatie ab, welche die Zukunft regeln wird; kommen wir den jetzt Unglücklichen zu Hülfe. Eröffnen wir noch heute eine große Subscription zu Paris, und möge sich morgen ein israelitisches Comite organisiren. Verlieren wir nicht einen Tag, nicht eine Stunde. Möge aus dem Schooße eines jüdischen, in dieser Hauptstadt der Civilisation gebildeten Vereins das Signal zu einer großen Unterstützung hervorgehen. Auf dieses Lerchen werden unsere Brüder in England, Deutschland, Belgien, Holl and, in ganz Europa antworten, sowohl in Ländern, die sie als Bürger anerkennen, als in solchen, die ihnen diesen Ehrentitel noch verweigern. Auch Ihr, Juden der amerrka- nischen Länder, wo die Freiheit des Cultus siegrerch voranschreitet kommt den durch den Aberglauben so grausam unterdrückten Katholiken Asiens zu Hülfe. Laßt uns alle zu diesem heiligen Werke beisteuern; der reiche Jude seine reiche Gabe, der arme seinen heiligen Obolus. Aber noch ein größerer Gedanke dürfte diesem ersten Aufschwung ent-