Zntelttgeuz Blatt
der freien MM Frankfurt.
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbchörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
---«MMW—MIHIIII11---
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 164 Donnerstag den 12. Juli 1860«
®^È” Bestellungen auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich von der Expedition für dieses Semester angenommen.
UeberblLck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 12. Juli. (Zur Situation.) Eine bundesrechtliche Publikation von weitgreifender Bedeutung bereitet in diesem Augenblicke Professor Aegidi zu Hamburg vor. Der erste Band einer größeren rechtshistorischen und dogmatischen Arbeit des genannten Staatsgelehrten über die Wiener Schluß-Acte ist unter der Presse. Dieser erste Band enthält unter Anderem die Protocolle und andere Urkunden der Ministerial-Conferenzen, welche für Ausbildung und Befestigung des deutschen Bundes in Wien vom 2ö. Nov. 1819 bis 24. Mai 1820 gehalten worden sind. Sie bilden das Haupt-Jnterpretationsmittel für ein richtiges Verständniß und eine gerechte Handhabung der Schluß-Acte, des zweiten Bundes-Grundgesetzes. Bisher waren sie ein Geheimniß der Cabinette. Ein vollständiges authentisches Exemplar derselben, zum Nachlaß eines deutschen Staatsmannes gehörig, ist zum Behuf der Herausgabe dem Professor Aegidi anvertraut worden. — Jetzt kommen die Blätter, welche für die Mittelstaaten ins Feuer gehen, mit der dreisten Behauptung, es sei unrichtig, daß auf dem badener Fürstencongreß Preußen eine Aenderung seiner bi sherigen Politik zugemuthet worden sei; vor Allem solle Keiner glauben, man habe dem preußischen Regenten seine Minister verleiden wollen. Dies« „Berichtigung" war vorauszusehen; es bleibt aber trotzdem wahr, was darüber mitgetheilt worden. Ja, es darf sogar versichert werden, daß nicht nur, wie glaubwürdige Berichte aus Baden-Baden melden, vor der denkwürdigen Ansprache des Regenten an die deutschen Fürsten derartige Zumuthungen laut geworden sind, sondern daß sie sich bis in die letzten Tage des Con- gresses wiederholt haben, — allerdings nicht geradezu, sondern gelegentlich, und zwar mit der Versicherung, dann, wenn anderen als den bisherigen Rathgebern der preußischen Krone Gehör geschenkt werde, sei auf volle und schnelle Verständigung unter den Bundes-Regierungen zu rechnen; nur mit den jetzigen Ministern werde sich nicht erzielen lassen, was durch andere, welche die Willens- meinung des Regenten besser noch zum Ausdruck brächten, leicht zu erreichen sei. Diese Ausstellungen galten natürlich nicht der Person dieses oder jenes Ministers, sondern