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Zntelligenz-Blatt

der freien AM Frankfurt, /S verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^^^^W und den Frauljurter Nachrichten als Extrabeilage. »

(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 156 Dienstag den 3. Juli 1860.

UebevbLLE der Greigmfse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.

Frankfurt, 3. Juli. (Zur Situation.) Das preußische Cabinet hat, wie die „Jndependance" meldet, an seine diplomatischen Agenten zwei Rundschreiben in Bezug auf die Unterredungen in Baden-Baden gerichtet. Das erste Rundschreiben ist an die preußischen Gesandten an den deutschen Höfen gerichtet und gibt die Vfftcielle Version der vom Prinz-Regenten am 18. Juni gesprochenen Rede. Das zweite Rundschreiben ist an die preußischen Gesandten an nicht-deutschen Höfen gerichtet und enthält eine klare und bündige Darlegung der politischen Unterhaltungen, welche am 15. und 17. Juni zwischen Sr. Königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten von Preußen und Sr. Maj. dem Kaiser Napoleon III. Statt fanden. Kaiser Napoleon hat Versicherungen der politischen Gesichtspunkte Frankreichs ertheilt und der Prinz- Regent dieselben freundlichst entgegengenommen. Der Kaiser Napoleon hat alle Angriffs-Ideen und kriegerische Absichten, die man Frankreich unterschiebe, auf das Bestimmteste in Abrede gestellt, und unter Anderem erklärt, die Ein­verleibung Savoyens und Nizza's sei durch vollkommen exceptionelle Verhält­nisse veranlaßt worden, die sich nicht auf andere übertragen ließen, und hinzuge­fügt, zwischen Italien und Deutschland fände keine Analogie Statt. Bei dieser Gelegenheit hat der Kaiser sein Bedauern ausgesprochen, daß in Deutschland ge­wisse Blätter sich bemühten, Mißtrauen gegen Frankreich zu säen und so das sicherste Mittel anzuwenden, um den Geist beider Völker zu erbittern. In Erwiederung dieser loyalen und beruhigenend Worte, heißt es dann in dem Preußischen Rundschrei­ben weiter, hat der Prinz-Regent dem Kaiser nicht verhehlen können, daß man in Deutsch­land fürchten zu müssen glaube, Frankreich werde durch die Verkettung der Ereignisse dahin getrieben werden, seine Grenze bis zum Rheine vorzuschieben, wie es dies in Be­treff der Alpen gethan habe; aber Se. Königliche Hoheit habe nun seiner­seits die feste Ueberzeugung, daß die beiderseitig kund gegebenen friedlichen Ansichten sich bestätigen werden. Herr v. Schleinitz fügt hin­zu, daß andere politische Angelegenheiten nicht zur Sprache gekommen seien, daß jedoch in Veranlassung einer Bemerkung des Prinz-Regenten über die italienischen Angelegen­heiten, der Kaiser seine Zusicherung ertheilt habe, daß er seinen freundschaftlichen Einfluß auf das Turiner Cabinet im Sinne der Mäßigung und Versöhnlichkeit geltend machen werde. Wenn trotzdem gewisse, gerade nicht als freisinnig bekannte Organe der Presse, die sonst ihre politische Parole weit „hinter den Bergen" herholen, in