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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

ZnteHigenzBlatt

der freien MM Frankfurt, ^^Z

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

M 154 Samstag den 30. Juni 1860.

UeberblLck der Ereignisse im Gebiete der politischen nn- materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. Juni. (Zur Situation.) Sämmtliche mittelstaatliche Berichtigungs-Versuche mit Bezug auf die Nachrichten wegen der Fürsten-Con- ferenz in Baden-Baden vom 18. haben das eigenthümliche Schicksal gehabt, gegen das Interesse und die Absichten der Organe, welche sie unternommen hatten, ausznschla- gen. Man hat die Richtigkeit der in liberalen Blättern zuerst erschienenen Analyse der Rede des Prinz-Regenten bezweifeln wollen, während gleich darauf der Bericht der officiellen Karlsruher Zeitung nicht nur diese Analyse vollkommen bestätigte, sondern die Stellen über die Annäherung Oesterreichs unbestimmter und bedingter er­scheinen ließ, als dieselben in der in diesem Puncte etwas schonender gefaßten Analyse gehalten waren. Man hat bestreiten wollen, daß der Prinz-Regent die von Würtemberg gewünschten und angerathenen Schritte zurückgewiesen, weil er ja zuerst gesprochen (was Niemand in Abrede gestellt hatte), und es wird durch die officielle Karls­ruher Zeitung bestätigt, daß der Prinz-Regent den Inhalt seiner denkwürdigen Sprache als seine feste und bestimmte Meinung bezeichnete, von einer Unter­stützung der gegen den National-Verein beabsichtigten Schritte also nicht die Rede sein konnte, eine solche vielmehr sehr deutlich zurückge­wiesen war. Mau hat endlich in Abrede stellen wollen, daß der Großherzog von Baden die Unterstützung jener Schritte ebenfalls ab gelehnt, weil die Karlsruher Zeitung den Eindruck einer übertrieben vorsichtigen und dadurch undeutlichen telegraphi- schen Depesche, als ob der Großherzog sich bei versöhnenden und entgegenkommenden Schritten der anderen Regierungen nicht betheiligen wollte, nicht wollte hingehen lassen, und doch hat man guten Grund, anzunehmen, daß gerade Sachsen und Bayern gleich nach der Conferenz nicht darüber in Zweifel gelassen worden sind, daß die bei den an Wurzburg ^ erinnernden badischen Conferenzen nicht betheiligten Regierungen die Resultate dieser Conferenzen als maßgebend nicht gelten lassen, und die na­mentlich gegen den Nationalverein beabsichtigten Schritte für ihr Theil nicht zu lassen wollten So mußte denn selbst eine undeutliche telegraphische Depesche dazu beitragen durch die Erörterungen, welche sie hervorgerufen hat^ über die Badener Vorgänge . Licht zu verbreiten. Ueber das Meiste ist in ^ehr schonender und resèrvirter Weise berichtet worden. So wurde unseres Wissens bis jetzt u. A. nicht gesagt, daß Würtemberg am Schluffe seiner Erklärung außer dem Nationalverein noch einen