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Zntelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 150

Dienstag den 26. Juni

1860

Ueberbliek der Ereignisse iw Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Juni. (Zur Situation.) Am 6. Juni ging bekanntlich von Berlin eine Circulardepesche an die deutschen Regierungen ab, welche eben so klar und bündig, wie die Note vom 2. Juni über die Frage der Bundeskriegsverfassung, sich über Preußens Stellung zum Bunde und über diesen selbst ausfpricht. Als Hauptpunkte derselben werden folgende angegeben: 1) Die preußische Regierung hält am Bunde fest, gegen die im Abgeordnetenhaus« in dieser Beziehung gemachten Aeußerungen; 2) die Bun­desverfassung muß einer Reform unterzogen werden, doch ist dabei unter den jetzigen Umständen nur an eine allmälige und theilweise auf das Nothwendigste gerichtete Fortbildung zu denken; 3) dringend ist die Reform im Bundeskriegs­wesen, ebenso wie 4) die Enthaltung des Bundestages von jedem Ein­greifen in die inneren Verfassuugsverhältnisse der einzelnen Bun­desländer, ein Standpunkt, den Preußen seinerseits konsequent fest­halten wird. — „Die letzte Fürstenzusammenkunft in Baden-Baden", sagt ein norddeutsches Blatt, „trägt einen so eigenthümlichen Charakter, daß sie einer näheren Untersuchung werth ist, und mit Recht die deutsche Presse fortwährend beschäftigt. Nach­dem in der letzteren Zeit Vie Einheitsbestrebungen von Italien zu einer größeren Gel­tung gekommen waren, wurde in Deutschland der Wunsch nach einer analogen größeren Einheit ebenfalls rege, und dieser Wunsch, sobald er nur richtig begriffen wird, hat ge­wiß seine vollste Berechtigung. Wir sind aber allerdings nicht der Meinung, daß die rlötzliche Mediatistrung vieler deutschen Souveraine die wahre Bahn ist, dieser Sehn- ucht gerecht zu werden; uns deucht, daß Deutschland eine zu alte und zu hohe Bildungs- tufe einnimmt, als daß es zu den Mitteln der Gewalt und des Umsturzes zu greifen nöthig habe, um dem Fortschritte entgegenzugehen. Nur durch Fortbildung des Beste­henden, durch historisches Anbauen wie in England, wird man uns Deutschen, die wir doch in vieler Beziehung halbe Engländer sind, und den deutschen Wünschen und Hoffnungen wahrhaft gerecht werden. Es gibt in unsern deutschen Verhältnissen noch sehr viel Stoff, der beseitigt werden muß, und der auf legalem Wege entfernt werden kann, um diejenige Einheit des Bundes, die vorerst möglich und gesetzlich ist, zu schaffen. So wollen wir z. B. nur die Gewerbeverhältnisse anführen. Der Zollverein hat uns zwar Zollfreiheit gegeben, aber keine allgemeine Gewerbefreiheit. Der Naffauer kann nicht nach Hessen gehen, um sich zu etabliren, dem Hannoveraner ist Sachsen verschlossen, sowie dem Sachsen die übrigen deutschen Bundesstaaten. Was soll nun der