Intelligenz-Blatt
der freien MM Frankfutt, , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 144 Dienstag den 19. Juni 1860.
Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. Juni. (Joseph Garibaldi.) Es könnte unter den jetzigen Verhältnissen nicht fehlen, daß die von A. Dumas veröffentlichten Memoiren Garibald i's, obgleich über das Leben des kühnen Mannes schon viel geschrieben wurde, einiges Aufsehen erregen würden. Für heute wollen wir darum folgenden Auszug aus denselben, den die „Ostd. Post" gibt, hier mittheilen. Der Mann, dessen Name gerade jetzt in aller Welt Munde lebt, ist 1807 in Nizza geboren und steht somit gegenwärtig im 53. Lebensjahre. Sein Vater war ein Seemann und erzog auch ihn zur Seemannslaufbahn. Nachdem Joseph Garibaldi als Schiffsjunge, dann als Matrose und zuletzt als Steuermann wiederholt Seereisen im mittelländischen und im schwarzen Meere gemacht hatte, kam er mit den geheimen politischen Gesellschaften Italiens in Verbindung und mußte, da die Verschwörung entdeckt ward, im Februar 1834 aus Genua als Bauer verkleidet fliehen. Sein Name befand sich unter denen, die von Karl Alberts Richtern zum Tode verürtheilt wurden. Er gerieth auf seiner Flucht nach Tunis und erhielt vom Bey das Commando eines Kriegsschiffes. Die dortige Stellung sagte ihm jedoch nicht zu und er ging nach wenigen Monaten bereits nach Südamerika, wo sich eben die Provinz Rio Grande gegen die kaiserliche Regierung Brasiliens erhoben hatte. Er trat in den Dienst der revolutionären Junta und errang als Befehlshaber eines Kaperschiffes seinen ersten Sieg. Doch ward er auch hier zum ersten Male verwundet und gerieth in die Gefangenschaft Millau's, des Commandanten von Gualgay, eines Verbündeten des Usurpators Rosas. Garibaldi floh, wurde aber eingeholt und mit auf den Rücken gebundenen Händen viele Meilen weit über Moorgrund zurückgeschleppt. Da er nicht angeben wollte, wer ihm die Mittel zur Flucht in die Hand gegeben hatte, wurde er von Millau arg mißhandelt und unter Anderm an einem Seil an einen Balken hinauf- gezogen und so an den Händen hängend zwei volle Stunden in der Luft schweben gelassen. Garibaldi erzählt diesfalls in seinen Memoiren: „Mein ganzer Körper brannte vor Fiebergluth, es war mir, als wäre ich in einem feurigen Ofen; das Wasser, welches ich schlürfte, konnte meinen Durst nicht stillen, und als ich endlich losgebunden wurde, empfand ich unsägliche Schmerzen und lag bewegungslos wie ein Todter auf dem Erdboden."^ Der Gouverneur der Provinz ließ endlich Garibaldi wieder los und der kühne Parteigänger erlebte in dem fortgesetzten Kampfe eine Reihe der größten Fährlichkeiten, aus denen er jedoch immer wieder mit heiler Haut davonkam. In einem Treffen wurde die ganze Flottille, die er kommandirte, überwältigt und verbrannt; Garibaldi war der