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ZnteHLgenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. | «

(Expedition: am Geistpfdrichen, SchlachthauSgasse 21.)

JS 140. Donnerstag den 14. Juni 1860.

Uebevblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 14. Juni. (Zur Situation.) Wir lesen in der „Kölnischen Zeitung": „Von der Zusammenkunft des Prinz-Regenten mit den Fürsten Süddeutschlands in Baden-Baden verspricht man sich die besten Ergebnisse. Der Ernst der Verhältnisse, die vorgeschobene Lage seiner eigenen Rheinpfalz und die eigene patriotischere Gesinnung haben, wie man meint, zuerst in dem Könige von Bayern Zweifel erregt in die Weisheit der bisherigen Politik gewisser Minister. Der Bundes- Beschluß vom 24. März, in Betreff Kurhessens, würde, wenn er nicht schon gefaßt wäre, jetzt nicht mehr gefaßt werden, und in Betreff der gegenwärtig wichtigsten Frage, der praktischeren Ausgestaltung der Bundes-Kriegsverfassung, dürfte nunmehr ein freund­licheres Entgegenkommen der Bundesstimmen des 7. und 8. Armeecorps in Baden-Baden sicher erzielt werden. Bayern nimmt jetzt eine Stellung ein, welcher, wenn sie conse- quent bleibt, die Anerkennung patriotischen Strebens nicht versagt werden kann, und daß Bayern hierin consequent bleibe, das wird man wohl um so mehr erwarten dürfen, als den leitenden Kreisen in München die Einsicht doch wohl nicht fern liegen kann, daß Bayern, einem deutschen Kernstaate von 1200 Quadratmeilen mit 5 Millionen Ein­wohnern, eine andere Rolle gebühren dürfte, als die eines Mittels für gewisse Ausbrü­tungen." — Die „Voss. Zeitung" kommt noch einmal auf das frei entwickelte einheitliche Königreich Italien zurück, das am allerbesten eine vollständige Beherrschung des mittellän­dischen Meeres durch eine der Seemächte verhindern könne, was für Preußen von großem Interesse wäre. Rußlands Plane im Norden erscheinen der „Voss. Ztg." gefährlich für Deutsch­land. An der Ostsee, an der Nordsee liegt das Gebiet, auf vem man in Preußischem und Deutschem Interesse auf der Hut sein muß, durch Entfaltung einer tüchtigen Wider­standskraft, durch Begründung einer tüchtigen Seemacht im Vereine mit andern deutschen Staaten. — Die Wiener Korrespondenz der „Hamburger Nachrichten" über französische und englische Noten mit Bezug auf Schleswig ist, was die französische Note betrifft, schon vor einiger Zeit als unrichtig bezeichnet worden. Es verhält sich ebenso mit der englischen, und es ist voller Grund, anzunehmen, daß solche Noten so wenig in Wien, als in Berlin übergeben worden sind. Preußen ist dagegen fest entschlossen, die Angelegenheit Schleswigs im strengsten Sinne des Wortes als eine deutsche behandeln zu wollen, wie sich aus den bevorstehenden Verhandlungen des Bundestages über dieselbe ergeben wird. An diesem wird es nun sein, für deutsches Recht und deutsche Ehre gegen eine Regierung einzutreten, welche sich wiederum nicht gescheut hat, ihre