Intelligenz-Blatt brr frriru Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, «nd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgsffe 21.)
JS 134. Donnerstag den 7. Juni 1860.
Ueberblick der EreiglEe Lm Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. Juni. (Zur Situation.) Wir hören es bestätigen, daß auf die dänische Note, welche als eine durchaus unangemessene zu bezeichnen ist, die gebührende Antwort von Berlin aus ergangen ist. Es ist wiederholt zu betonen, daß es sich in Bezug auf Schleswig um bestimmte Verpflichtungen handelt, aus welche Dänemark den beiden deutschen Großmächten gegenüber, eingegangen ist. Daß diese von Dänemark übernommenen Verpflichtungen in Wirklichkeit erfüllt werden, daran haben Preußen und Oesterreich festzuhalten. Ob es gerade bei der gegenwärtigen Gesammtlage der europäischen Dinge sich als rathsam erweist, die Schlei Äe Angelegenheit sofort mit aller Entschiedenheit in die Hand zu nehmen, das ist ags eine andere Frage, zumal befreundete Regierungen augenblicklich davon abrathen. Die Verpflichtungen Dänemarks bleiben aber in voller Kraft und Ausdehnung fortbestehen. Die deutschen Mächte werden sich nun und nimmer beruhigen, es sei denn, daß diese Verpflichtungen vollkommen erfüllt sind. Die Letzteren bestehen bekanntlich darin, daß Dänemark sich anheischig gemacht hat, der deutschen Nationalität im Herzog- thum Schleswig gleichen Schutz und gleiche Berechtigung angedeihen zu lassen, wie der dänischen, und daß das Herzogthum Schleswig niemals dem Königreich Dänemark einverleibt werden darf. Die deutschenMâchte werden nicht verabsäumen, das dänische Cabinet bei jeder Gelegenheit an die Erfüllung seines Versprechens zu erinnern. — Seitens des PreußischenCabinets wurde den deutschen Küstenstaaten der Entwurf zu einem gemeinsamen Vorschläge wegen Befestigung der deutschen Küsten kürzlich mit der Einladung unterbreitet, sich darüber zu äußern, ob sie sich diesem Vorschläge anzuschließen und denselben am Bunde zu unterstützen geneigt seien. Seitens Hannovers ist eine besondere Denkschrift in Betreff der Küstenbefestigungsangeletzenheit ausgearbeitet worden, welche dem preußischen Entwurf als Ergänzung beigefugt ist. Den Aeußerungen der verschiedenen deutschen Küstenstaaten steht man entgegen. Man glaubt der Hoffnung Raum geben zu können, daß eine Verständigung aller Küstenstaaten hinsichts der Befestigung des deutschen Küstengebietes werde erzielt werden, zumal die Beziehungen der Bundesstaaten zu einander in der jüngsten Zeit wesentlich freundlichere geworden sind. — In Anbetracht der Vorfrage wegen Einteilung der Bundesarmeecorps bezüglich der Reserve -Infanterie -Divisionen hat sich der Vertreter Bayerns der preußischen Auffassung ««geschlossen, wonach die seitherige Eintheilung der Bundesarmeecorps aufrecht zu erhalten und hinsichts der Reserve-Jnfan-