Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, ^5% verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 132. Dienstag den 5. Juni 1860.
Ueberblick der Ereignisie im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 5. Juni. (Zur Situation.) Folgendes ist die Anrede an den Prinz- Regenten von Preußen, ivelche bei Gelegenheit der Eröffnung der Rhein-Nahe- und Trierer Bahn von einer Deputation der St. Johann-Saarbrücker Bürgerschaft in ächt deutscher Gesinnung dargebracht wurde: „Von unseren Mitbürgern haben wir den Auftrag empfangen, Ew. k. Hoheit mit ehrerbietigem Gruße willkommen zu heißen und Allerhöchst- denselben den Ausdruck treuer, durch Sicherung des gesetzlichen Rechtes und eines ver- verfassungsmäßigen Staatslebens gekräftigter Gesinnung zu überbringen. Ew. k. Hoheit stehen an den äußersten Marken des preußischen Staates. Die Bürger der Schwester- städte Saarbrücken und St. Johann dürfen bei der freudigen, ersten Begrüßung ihres Regenten mit Stolz und Dank baran erinnern, daß deutsche Herzen und freier Entschluß dem Vaterlande diesen schönen Grenzstein wieder gegeben und unter dem Schutze des preußischen Adlers gewahrt haben, Das Vertrauen und die Voraussicht der Väter entfalten sich in dem lebenden Geschlechte zu der Ueberzeugung, daß in dem innigsten Bunde der Regierung Ew. k. Hoheit mit der vereinten Vaterlandsliebe und dem freien Willens-Ausdruck des preußischen und des gesummten deutschen Volkes jeder Fußbreit deutschen Bodens, jede Forderung deutschen Rechtes, jeder Puls- schlag preußischer und deutscher Ehre gegen jeden Angriff, jeden Feind gesichert sein werde. Mt dieser Ueberzeugung rufen wir: Seine Majestät der König, Seine königl. Hoh. der Prinz-Regent leben hoch! und abermals hoch! und zum dritten Mal hoch!" — Nachdem dieses Hoch in der versammelten Menge einen begeisterten Widerhall gefunden hatte, entgegnete der Regent mit den freundlichsten, ergreifendsten Worten, welche wir, wenn auch nicht wörtlich, so doch dem Sinne nach hiermit möglichst getreu wieder geben wollen: „Er sei erfreut, die so eben ausgesprochene Gesinnung hier an der Grenze des Staates zu finden, und beauftrage den Sprecher, seinen Dank in seinem Namen den Bürgern der Städte Saarbrücken und St. Johann darzubringen. Man wisse, aus welchem schmerzlichen Anlaß er die Zügel der Regierung in die Hand genommen habe und was bisher geschehen fei. Man könne versichert sein, daß er auf dem betretenen Wege weiter gehen werde, Er. hoffe aber auch von seinem Volke, daß daffelbe mit ihm gehen und ihn in seinen Plänen unterstützen wèrde. Er stehe mit allen seinen Nachbarn im besten Einvernehmen und Frieden und hoffe und wünsche, ■ daß solche nicht gestört werden. In allen Fällen möge man ihm vertrauen, wie auch er auf das Volk vertraue!" — Die „Preußische Ztg." findet die Wiedererhebung Spaniens zu einer einfluß-