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ZnteMgenz-Blatt der freien AM Frankfutt, /^T^ »erbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ^|||h^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 128. Donnerstag den 31. Mai 1860.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 31 Mai. (Zur materiellen Frage der Gegenwart.) Wir hofften vor Jahren, und sprachen es wiederholt in diesen Ueberblicken aus, daß durch vie neue Münzconvention eine durch ganz Deutschland laufende praktische Münze geschaffen würde, doch die Mühe der Uebereinkunst hat sich nicht bezahlt gemacht und die Münzen haben hier und dort Stücke geliefert, die in Handel und Wandel nicht einmal überall Cours haben. Sollte Preußen, das setzt den Spruch „Vorwärts" in seine Fahnen geschrieben hat, nicht auch einen entscheidenden Schritt im Münzwesen thun? Ein in sich abgerundetes System schaffen und endlich dem Decimalsystem, das im ganzen übrigen Europa schon zur Geltung gelangt ist, sein Recht geben? Es hätte nur etwaige, nur allmLhIige Anordnungen zu treffen, um dieses System in seiner Münze geltend zu machen, um in kurzer Zeit ganz Deutschland hinter sich drein zu ziehen, wie Frankreich mit seinem Frankengelde alle seine Nachbarn hinter sich drein gezogen hat. Preußen hätte nur den Schilling (sein Zehn Groschenstück) zur Grund­lage zu machen, dieses in hundert Pfennige zu theilen, wie dieses bereits in mehreren sächsischen Staaten geschehen ist. Sollte der Pfennig dadurch zu groß erscheinen, könn­ten noch Heller geschlagen werden, deren also zwanzig auf einen Groschen gingen. Der jetzige Thaler zählte drei Schillinge, vielleicht wäre es aber später vortheilhafter, Stücke von fünf Schillingen, d. h. 5 Schillingsthaler einzuführen und diese gemach gegen den jetzigen Thaler umzuwechseln, auch wären Goldmünzen von zehn, von zwanzig Schillingen wünschenswerth. Durch diese Einrichtung würde ohne sonderliche Veränderung ein eigen­thümliches geschloffenes deutsches Münzsystem herbeigeführt, und dazu eines,welches sich mit den Nachbarländern mit den in Rußland, England und Frankreich geltenden Systemen leicht verrechnen läßt. — Die projektirte Petersburger auf Gegenseitigkeit basirte Bodenkredit-Bank scheint, der „Elberfelder Zeitung" zu Folge, gute Aussicht zu ihrer Verwirklichung zu haben. Abgesehen von der großen Thätigkeit, welche die Unternehmer, mit dem Fürsten Dolgorukow an der Spitze, entwickeln, findet das Projekt auch bei den Grundbesitzern mit jedem Tage mehr Anklang. Bis zum 1. Mai d. I. waren die desfallsigen Subscriptionslisten vyn Personen unterschrieben, deren Grundbesitz zusammen bereits den Werth von 6,886,000 Rubel Silber repräsentirte. Auch bei der Russischen Regierung findet das Projekt die verdiente Berücksichtigung. Der eingereichte Statut-Entwurf wurde dieser Tage, nachdem er im Finanzministe­rium begutachtet worden, von diesem dem Ministerium des Innern zugewiesen. —°