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Zntelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt. , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, è und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. *'

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 123. Donnerstag den 24. Mai 1860.

Ueberbliek der Greignisie im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 24. Mai. (Zur Situation.) In Betreff der Stellung, welche das Preußische Cabinet in der orientalischen Frage einnnehmen dürfte, glauben wir in der Voraussetzung nicht zu irren, daß Preußen den unversehrten Fortbestand des osmani­schen Reiches für eine nothwendige Bedingung der Aufrechthaltung des europäischen Gleichgewichts erachtet, und demgemäß im Verein mit denjenigen Mächten bei Behand­lung der orientalischen Frage wirken werde, welche von einer gleichen Grundanschauung ausgehen. Für eine Besserung der Lage der Christen in diesem Reiche mitzuwirken, hegt Preußen, wie wir andeuten hören, selbstverständlich die größte Bereitwilligkeit. In Be­ziehung auf ein gemeinsames Wirken nach dieser Richtung hin, dürften sich auch wohl keine großen Schwierigkeiten ergeben. In diesem Punkte soll ein ziemliches Einver- stândniß unter den Großmächten obwalten. Nur ist zu bemerken, daß es vorher einer genauen Feststellung des Thatbestandes der gegen die Christen im osmanischen Reiche verübten Mißhandlungen bedürfen möchte. — Wir lesen in einem norddeutschen Blatte über die Situation: „Der Sommer naht, und mit ihm wächst die Sehnsucht der Diplomaten in die Bäder zu reisen, und frische Luft zu genießen, um nach einer langen Zeit von Aufregung einige Wochen Ruhe und Gemüths­sammlung zu finden. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß nach den großen Anstrengungen des russischen und itasienischen Kriegs, die tiefer blickenden Staatsmân- "7 ermatteten und überreizten Europa einige Jahre des Ver­trauens und der Ha'ndelsthätigkeit zu verschaffen. Das neueste Garibaldi'sche Unterneh­men ist aber leider nur zu sehr geeignet, diesen gewiß begründeten Wunsch zu vereiteln. Es gibt im Völkerleben eine Zeit der Ruhe und eine Zeit der Bewegung. Garibaldi jedoch hat seinen Kampf zu einer Zeit der Ruhe begonnen, und er befindet sich eben deshalb im Gegensatze zu der gegenwärtigen allgemeinen Strömung, die das Aufblühen der Gewerbe, des Handels und der Künste, das Gedeihen der Geschäfte, und vor Allem den Frieden will. Es läßt sich allerdings nicht leugnen, daß die Neapolitanische Ge­setzgebung und Regierung eben keine Sympathieen zu erwecken vermögen, wenn auch das Treiben der englischen Presse und ihr Hyperenthustasmus für Garibaldi ebenfalls nicht ganz am Platze sein dürfte. Europa erinnert sich noch immer daran, wie auch die Engländer auf den Jonischen Inseln nicht gerade immer den Prinzipien der Huma­nität huldigten, wie sie z. B. dort die Priester auspeitschen ließen, und in Indien . Steuern vermittelst der Tortur erhoben, was im englischen Parlamente sogar zu öffent-

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Krengungen des russische wünschen müssen, dem