Zntelligenz-Blatt der freien SM Frankfurt, y^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. b nwMMwmawmtN —-
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M121. Dienstag den 22. Mai 1860.
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Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
FrankfurF 22. Mai. (Zur Situation.) In Bezug auf das Herzogthum Schleswig ist Angesichts verschiedener Angaben in den Organen der Presse wieder-, holt darauf hinzuweisen, daß, wenn der deutsche Bund auf die besondere Anregung Preußens und anderer Bundesgenossen die Lage dieses Herzogthums in Erwâgungö ziehen dürfte, es sich um bestimmte vertragsmäßige Feststellungen handelt, auf welche Dänemark eingegangen ist. Eine Einmischung des Auslandes ist dadurch aber ausgeschlossen. Das Preußische Cabinet hat es offen erklärt, daß der deutsche Bund zu prüfen haben werde, ob und inwiefern die gegenwärtige Lage Schleswigs demjenigen entsprechend sei, was auf Grund der mit Dänemark gepflogenen und im Jahre 1852 zum Abschluß gelangten Verhandlungen Deutschland zu Gunsten Schleswigs zu fordern berechtigt ist. Das Preußische Cabinet hat, soviel wir wissen, es nie verkannt, daß Schleswig in keinem unmittelbaren politischen und staatsrechtlichen Verhältniß zu Deutschland dermalen stehe, und wird sicherlich bei allen seinen Schritten für das Herzogthum die. Thatsache, daß die schleswig'sche Angelegenheit mit der allgemeinen europäischen Politik gar zu leicht in Verbindung kommen könne, falls nicht große Vorsicht und Besonnenheit obwaltet, nicht aus den Augen verlieren. Es kann augenblicklich nicht davon die Rede sein, daß die Fragen des Rechtes und des Interesses, die zur Zeit in dem Streite zwischen Dänemark und den Herzogthümern in thatsächlichen Betracht kommen, das Wesen und den Kern der verwickelten schleswig-Holsteinischen Sache treffen. Die eigentliche schleswig-holsteinische Frage, d. h. das, was im Grunde die schleswig-holsteinische Frage gewesen ist, diese Frage ist ganz etwas anderes, sie kommt gegenwärtig so gut wie gar nicht in ernstere Erwägung und muß einer zukünftigen günstigeren Gesammtlage ver europäischen Verhältnisse vorbehalten bleiben. Der Werth und die Bedeutung dessen, um was es sich jetzt zu Gunsten der Herzogthümer handelt, darf deshalb aber in keiner Weise verkannt werden, wenn es auch in keinen Vergleich mit dem zu- bringen ist; was Leben und Wesen, was das Höchste und Heiligste, was den ganzen Glauben an die Zukunft bei diesem deutschen Volksstamm in sich begreift. — Aus Petersburg wird berichtet: Als Fürst Gortschakoff den Vertretern der fremden Mächte seine Mittheilung in Bezug auf die Vorstellungen machte, welche Rußland in Betreff der Lage der Christen in der Türkei an die Pforte richten wolle, hat der englische Gesandte Sir John Crampton nicht, wie mehrfach gemeldet worden, mit einem förmlichen Proteste geantwortet, sondern nur Vorbehalte gemacht. — Die „Ostdeutsche