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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, «nd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedüton: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

Jg 119. Samstag den 19. Mai 1860.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen nn- materiellen Interessen.

Frankfurt, 19. Mai. (Dänische Differenzen.) Die „Preuß. Ztg." be­antwortet die jüngsten Auslassungen der „Times" in Betreff der Differenzen mit Dänemark wegen der deutschen Herzogthümer. Sie sagt u. A.: „Die „Times" scheinen zu meinen, irgend eine fixe Idee treibe Preußen von Zeit zu Zeit, mit Däne­mark einen ganz unmotivirten Hader anzufangen und den Frieden Europa's leichtfertig auf's Spiel zu setzen. Daß die „Times" 1848 bis 1850 in der Streitfrage zwischen Deutschland und Dänemark sich absichtlich oder unabsichtlich verblendet und mit Verken­nung des klarsten Rechts die Partei revolutionärer Gewaltthätigkeit ergriffen haben, ist bekannt genug. Daß ihnen aber die seitdem verflossenen zehn Jahre die Augen nicht geöffnet haben, daß sie noch immer an der Meinung festhalten, Dänemark vertrete in den Herzogthümern eine gerechte Sache, ist nur durch die beklagenswertheste Voreinge­nommenheit zu erklären. Hat doch Dänemark in Bezug auf Holstein und Lauenburg selber einräumen müssen, daß es die Verträge von 1851 und 1852 nicht beobachtet habe; liegt doch in Bezug auf Schleswig die Verletzung dieser Verträge in den wichtigsten Punkten so klar vor, daß eine Discusflon darüber nicht mehr möglich ist; widerstreitey doch die Zustände, welche die dänische Herrschaft in diesem Herzogthum in allen Zweigen der Verwaltung, in Justiz, Kirche, Schule, Familie geschaffen hat, den bescheidensten Ansprüchen, welche eine große Nation auf Schonung ihrer Stammesgenoffen, selbst dem zu nichts verpflichteten Auslande gegenüber, erheben könnte. Während die englische Treffe dem englischen Cabinet unermüdlich die Verpflichtung einschärst, allen moralischen Einfluß aufzuwenden, um den Mißständen in Neapel ein Ende zu machen, obwohl es nicht Engländer find, welche in Neapel mißhandelt werden, obwohl England in diesen Miß­ständen keine Verletzung mit England geschloffener Verträge zu ahnden hat, erhebt dieselbe Preffe gegen die deutschen Mächte einen Vorwurf, wenn diese meinen, es lange genug angesehen zu haben, daß Dänemark gegen den bestimmten und deutlichen Wortlaut der Verträge in Schleswig einige hunderttausend Deutsche mit allen Mitteln des Drucks zu Dänen zu machen, dem deutschen Herzogthum Holstein die altverbriefte ‘ und auch in den neuesten Verträgen nicht aufgehobene Verbindung mit dem Herzogthum Schleswig zu verkümmern arbeitet. Deutschland und zuvörderst Preußen erfüllt einfach eine völker­rechtliche und nationale Pflicht, wenn es Dänemark an das erinnert, was Dänemark vor acht und neun Jahren an Preußen und Oesterreich und an den deutschen Bund in Betreff Schleswigs versprochen hat. Deutschland erfüllt darin nur dieselbe Pflicht,