4- Beilage, Franks. MML M 115, Sonntag 13. Mai 1860.
Bekanntmachungen.
Erklärung.
Der Minister, Herr v. Borries, hat in öffentlicher Sitzung der Hannoverschen Kammer erklärt, der Versuch der Gründung einer Centralgewalt mit einheitlicher militärischer und diplomatischer Leitung „würde zu Bündnissen der deutschen Fürsten unter einander führen, ja könne selbst zu Bündnissen mit außerdeutschen Staaten drängen, die sehr zufrieden sein würden, die „Hand in Deutschlands Angelegenheiten zu bekommen." Diesem Geständniß eines deutschen Ministers, welches die allgemeine Entrüstung erregt, setzen wir die Erklärung entgegen: Das deutsche Volk ist entschlossen, keinen Fuß breit deutscher Erde unter fremde Botmäßigkeit gelangen zu lassen; immer näher rückt die Gefahr, mit welcher eine fremde Macht uns umstrickt; immer tiefer und weiter verbreitet sich die Erkenntniß, daß nur die einheitliche Leitung der militärischen Kräfte und der auswärtigen Politik die drohende Gefahr erfolgreich zu bekämpfen vermag. Der Deutschen Regierung, welche Angesichts dieser Gefahr mit mannhaftem Entschluß, an der Spitze der im Parlament geeinigten Na ion, für die Ehre, die Freiheit und die Macht des Vaterlandes in die Schranken tritt, wird das Deutsche Volk mit Vertrauen die Vollmachten übertragen sehen, deren sie zur Lösung ihrer Aufgabe bedarf. Die Deutsche Regierung dagegen, welche ihre Pflicht so schmachvoll vergessen würde, daß sie bet auswärtigen Mächten einen Rückhalt suchte in Fragen der nationalen Entwickelung, bei feindlichen Mächten Hülfe suchte oder annähme zur Abwehr der Opfer, welche zur kraftvollen Bekämpfung dieser Feinde von ihr gefordert werden, eine solche Regierung würde dem öffentlichen Urtheil und dem Schicksal verfallen, das Verräthern gebührt.
Heidelberg, den 6. Mai 1860.
C. Welker aus Heidelberg. Dr. Sigmund Müller aus Frankfurt a. M.
Gustav Duvernoy aus Stuttgart. R. v. Benningsen aus Hannover.
A. L. Reyscher aus C mnstadt. Dr. Pagenstechcr sen. aus Heidelberg.
G. Tafel aus Stuttgart. H v. Gagern aus Heidelberg.
Dr. jur. Pagenst.cher aus Heidelberg. Dr. K. M yer in Heidelberg I. Hölder aus Stuttgart. I. Jolly aus Heidelberg.
Vr. F. Ammermüller aus Stuttgart. G. Gervinus in Heidelberg.
K. Brater aus München. K. Röder in Heidelberg.
Aug. Lud. von Rochau in Heidelberg. E. Pickford in Heidelberg.
Feodor Streit aus Koburg. v. Vangerow in Heid.lberg.
Lang aus Wiesbaden. v. Dusch, Professor in Heidelberg.
Metz ans Darmstadt. ___________________________________________________________
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