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Zntelligevz-Blatt der freien Stadt Frankfurt» z^^

»erbuuden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, «nd den Frankfurter Rachricktm als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 114. Samstag den 12. Mai 1860.

AbonnementspretS für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebuhren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliök der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 12. Mai. (Zur Situation.) Die Aussichten rücksichtlich des Zustandekommens einer Konferenz in der schweizerisch-savoyischen Frage ver­ringern sich. Zwar ist es bis jetzt nicht der Fall, daß Oesterreich, wie in öffentlichen Blättern behauptet worden ist, gegen die Theilnahme Sardiniens an der Conferenz ausdrücklich Einspruch erhoben hätte. Leugnen jedoch läßt sich nicht, daß das Wiener Cabinet an der Betheiligung einer Macht Anstoß nimmt, deren neueste Besitz­ergreifungen von Oesterreich nicht anerkannt sind und in Widerspruch mit den letzten, durch den Züricher Frieden gemachten Zugeständnissen stehen. Sollte übrigens die Eon- ferenz scheitern, so würde dies kaum zu bedauern sein. — Die Aeußerung des Herrn V. Borries in der zweiten ha nnover' sch en Kammer veranlaßt den „Schw. Merk." zu folgender Bemerkung: „Der Gedanke, lieber einen Rheinbund zu erneuern, als in Zeiten der Bedrängniß auf ein militärisches oder diplomatisches Recht zu Gunsten eines deutschen Bruderstaates zu verzichten, hieße jene traurigsten deutschen Erlebnisse uns wiederbringen, er hieße aber auch den tiefen, sittlichen Zorn wieder Hervorrufen, dem die nationale Erhebung des deutschen Volkes in den Befreiungskriegen zu danken war. Darin ist das deutsche Volk in seiner nationalen Entwicklung vorwärts geschritten, daß ein neuer Rheinbund unmöglich geworden ist. Gern möchten wir annehmen, daß jene Aeußerung mehr berechnet war, den inneren politischen Kämpfen in Hannover dienen zu sollen, als daß ihr eine ernstliche Absicht zu Grunde läge. Aber, so glauben wir, eine solche Aeußerung darf nicht erschallen in diesen Tagen der natio­nalen Gefahren, ohne daß alsbald in allen Theilen des deutschen Vaterlands Verwah­rung erfolge gegen jede ihr ernstlich beigelegte Absicht." — Die Nachrichten aus Sicilien lauten für die Neapolitanische Sache nicht günstig. Garibaldi ist auf einem Maltesischen Schiffe unter englischer Flagge abgereist. Auf Malta hatte das Schiff bedeutende Mengen Munition und Waffen geladen. Die sardinische Re­gierung konnte gegen ein Schiff unter englischer Flagge nicht einschreiten. Es scheint, als seien, trotz aller abgegangenen Verstärkungen nach der Insel, die Truppen doch nicht hinreichend, um zugleich die großen volkreichen und in fieberhafter Aufregung befindlichen Städte der Küste im Zaum zu halten und die Jnsurection im Innern