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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M «nd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 110. Dienstag den 8. Mai

1860.

Abonnementsprets sür's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. Mai. (Zur Situation.) Die Debatte in dem Preußi­schen Abgeordnetenhaus« zu Berlin über die Schleswig-Holsteinische Frage hat in ganz Deutschland einen sehr guten Eindruck gemacht. Aus der gan­zen Verhandlung, so wie aus der Rede des preußischen Ministers deS Auswärtigen ersteht man, daß echte deutsche Männer in Preußens Kammern und in Preußens Regierung sitzen, und daß Deutschland gut fahren wird, wenn es der von Berlin aus gegebenen Richtung in allen Fragen der Freiheit, der Einheit und der Wohlfahrt des deutschen Vaterlandes folgt. Die Verhandlung über die schles- wigische Frage hat alle Saiten in deutschen Herzen ertönen laffen, und Jeden be­geistert, der noch ein Gefühl für deutsches Recht und deutsche Rationalität hat. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, welche für die ganze Frage in ihrer Verbindung mit der allgemeinen Politik liegen; aber man wird auch nicht verkennen dürfen, daß ihr ein mächtiger Anstoß gegeben worden ist, der für die Landesvertretungen der übrigen deutschen Staaten nicht verloren sein wird; vor Allem aber, daß durch diese Verhand­lung im preußischen Abgeordnetenhause, unter Zustimmung einer deutschen Regierung, die Frage wiederdie ihr gebührende Gestalt angenommen hat, aus einer holstein-lauenburgischen wieder zur schleswig-holsteinischen geworden ist. Dieß ist ein nicht genug zu schätzender Gewinn. — Wir lesen in einer norddeutschen „Handelszeitung" ausKönigsberg: „Die Verträge, welche die Staaten des Zollvereins verbinden, bekommen eigentlich erst im Jahre 1866 ihre definitive Lösung. Der gute Stern des Vaterlandes hat gewollt, daß trotz unserer politischen Zerrissenheit das materielle Wohl Deutschlands nicht gefährdet worden ist. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit, daß nur Der der sich selbst aufgibt, aufgegeben ist. So schmerzlich auch für jeden wahren Deutschen das Gefühl ist, leider überall von Zerstückelung deutscher Macht und Zwietracht, deutschen Wesens zu hören, muß es uns doch andererseits freuen, das in der That von der edlen Krone Deutsch­lands noch keine Perle gefallen, und daß der materielle Wohlstand unserer deutschen Nation in den letzten Jahren größere Fortschritte gemacht hat, als der irgend eines andern Landes. Deutschland erinnert uns' einiger Mafien in dieser Beziehung an jene Geizigen, die immer über Theuerung der Zeit'klagen, während sie drei Viertel ihres