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Intelligenz-Blatt der freien Nadi Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Samstag den 5. Mai

1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückung -gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Aeberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 5. Mai. (Zur Situation.) Gelegentlich der dieser Tage statt­gehabten Abreise des Earl von Elgin auf seinen chinesischen Posten sprechen die „Times" die Hoffnung aus, daß die Verbündeten energisch gegen die Chinesen- vorgehen werden. „Wenn", sagt sie, „Gewalt nöthig werden sollte, so haben die Be­vollmächtigten Englands und Frankreichs über eine hinreichende Zahl streitbarer Män­ner zu verfügen, um sich durch China eskortiren zu lassen, oder das Kaiserreich nominell zu erobern. Die Überlegenheit über die rohen Waffen eines MMWeN Gesindels, welche der neuen Waffe der europäischen Kriegführung eigen sein must, wird sich hier vielleicht zuerst in großartigem Maßstabe und auf offenem Schlachtfelde zeigen. Auf dem 120 (engl.) Meilen flachen, zum Gefecht geeigneten Boden zwischen den Ufern des Golfs von Petscheli und den Vorstädten von Peking, und auf den altmodischen Ringmauern der Käiserstadt wird sich die günstigste Gelegenheit bieten, der ältesten Civilisation in der Welt zu beweisen, wie weit sie in der Kunst des Blutvergießens überholt worden ist. Es ist, wie wir fürchten, eine Nothwendigkeit, daß diese Wahrheit dem Geiste derer, welche in Peking regieren, tief eingeprägt werde. Das chinesische Volk macht uns wenig und die chinesischen Kaufleute machen uns noch weniger zu schaffen, und wenn es den Mandarinen zu Peking erst einmal klar gemacht worden ist, daß unser Arm lang genug ist, um sie zu erreichen, so werden wir mit der Regierung eben so gut auskommen können. Sollte es nöthig sein, daß Baron Gros und Lord Elgin sich nach Peking begeben, so werden sie nur deßhalb hingehen, um zu zeigen, daß sie hingehen können, und wenn re den Beweis davon geliefert haben, so werden sie nie wieder nöthig haben, htnzu- ;ehen. Als militärische Operation müßte eine solche Reise eine bloße Promenade ein. Es ist jetzt Mode, Alles in der schwerfälligsten, kostspieligsten Manier zu thun und wegen der einfachsten und leichtesten Operationen Schwierigkeiten zu erheben, und doch ist es von den Zeiten Tenophon's an bis auf die Sir Hugh Rose's etwas ganz Gewöhnliches gewesen, daß eine Handvoll Europäer über große Landstriche asiatischen Gebietes dahingezogen ist und die an Zahl überlegensten astatischen Streit­kräfte in die Flucht geschlagen hat. Weit entfernt davon, daß es schwer sein sollte, diese 120 Meilen zu märschrren und die Tartaren mit ihren Pfeilen und Bogen, Gin-