Intelligenz-Blatt
der freien Lladl Frankfurt, "^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, «nd den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
Jg 104. Dienstag den 1. Mat 1860.
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Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 1. Mai. (Zur Situation.) In Sachen der Conferenz ist keine neuere Wendung eingetreten und hat dieselbe nicht mehr und nicht weniger Chancen, als sie bisher gehabt hat, allem Anscheine nach jedenfalls nicht mehr. Von einer neuen Einladung Frankreichs zu einem Congreß ist in der politischen Welt nichts bekannt, und es wird die Richtigkeit der darüber in einigen Blättern verbreiteten Nachricht zu bezweifeln sein. Vor einiger Zeit glaubte man, die Conferenz dürfte vom 15. bis zum 20. Mai zusammentreten. Es war aber noch nichts festgestellt. Auch über den Ort wird noch immer verhandelt. Oesterreich hat, wie immer, gegen Paris nichts einzuwenden gehabt. Rußland war bekanntlich ebenfalls damit einverstanden,während England und Preußen bis in die letzten Lage Brüssel befürwortet haben. Auch von London war gesprochen worden. Sonst aber soll der Gegensatz der englischen Politik zu der französischen seit der Mitte verstossenen Monats nicht mehr dieselbe Schärfe wie Ende März zu erkennen geben. — Außer den großen Schießübungen in Preußen zur Feststellung der geeigneten Kaliber für die Strandbefestigungen, von welchen bereits vor längerer Zeit in den öffentlichen Blättern die Rede gewesen ist, wird wahrscheinlich die Legung des elektrischen Telegraphen, zunächst im Bereich der ganzen preußischen Küstenausdehnung, die Einleitung zu der beabsichtigten und mit den auswärtigen deutschen Regierungen bereits vereinbarten preußisch- deutschen Küstenbefestigung bilden, wobei möglicher Weise auch das neuerdings von dem Direktor des preußischen Feld-Telegraphenwesens, Major Chauvin , vorgeschlagene neue beschleunigte Verfahren zur Legung von unterirdischen Leitungen für den Feldtelegraphen zur Probe kommen möchte. Außerdem aber steht die Nachahmung der schon bet Koblenz in Anwendung gesetzten Maßregel, alle Werke dieser Festung vermittelst des Telegraphen mit einander in Verbindung zu setzen, im Laufe dieses Sommers jedenfalls auch für die übrigen Rhein- und für die bedeutenderen Küstenfestungen zu erwarten. Nächst den bei Letzteren schon für Stettin, Weichselmünde und die meisten übrigen Küstenplätze bestimmten Verstärkungsbauten sind übrigens neuerdings auch für Stralsund großartige Befestigungsarbeiten angeordnet worden, und scheint es danach, als ob dieser Platz aus seiner gegenwärtigen Unbedeutendheit möglichst schnell zu einer respektablen