Zntelligenz-Blatt der freien AM Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^Mâ^^^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 92. Dienstag den 17. April 1860. ~
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Ueberblick der CreigniLe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 17. April. (Zur Situation.) Frankreichs Politik in Italien, sagt die „Köln. Ztg." ist jetzt auf Aufrechthaltung des Status quo wenigstens scheinbar gerichtet. Die in Turin übergebenen französischen Noten mahnen von jedem weiteren Vorgehen ab. Auch in Neapel bemüht sich Frankreich im Verein mit Rußland für die Erhaltung des Friedens. Daß auch die dem General Lamoricière für seine unerwartete Wirksamkeit in der Romagna ertheilte Ermächtigung nicht eine zufällige war, beweist der Umstand, daß der Fürst La Tour d'Auvergne der französische Gesandte in Berlin schon vor vierzehn Tagen davon unterrichtet war, daß dieselbe erfolgen werde. Was die savohische Frage angeht, so herrscht ein Einverständniß zwischen England und Preußen, für das matt Oesterreich zu gewinnen hofft. Nach den letzteren Nachrichten soll sich Oesterreich den beiden anderen Mächten mit Bezug auf die Schweizer Frage nähern wollen. Ob dieses Angesichts der sonstigen mehrfach charakterisirten Haltung welche Oesterreich dein Tuilerien-Cabinèt gegenüber-einnimmt, für die Schweiz sehr wirksam sein wird, muß die Zeit lehren. — Die mehrfach erwähnte vertrauliche Depesche Thouvenels an die französischen Agenten in Deutschland lautet folgender Maßen: „Paris, 15. März 1860. Mein Herr! Ich bemerke, daß man in den deutschen Blättern eine außerordentliche Wichtigkeit und einen Sinn, der nicht der richtige ist, einem Ausdruck in der Rede des Kaisers beilegt, nämlich dem Worte „Revendication", dessen sich Se. Maj. gelegentlich der savoyischen Frage bedient hat. Die Einen erblicken die Absicht, die frühere Gebietsabtretung anzurufen, in welche Sardinien im Jahre 1796 gewilligt hat, die Anderen den Gedanken, unsere Forderung auf den Unterschied zu gründen, welcher zwischen dem Vertrage von 1814 und dem von 1815 besteht. Die Regierung des Kaisers ist es sich selbst schuldig, gegen die wesentlich irrthümliche Auslegung eines Wortes zu prote- stiren, das doch seine natürliche Erklärung hat. Indem der Kaiser mit so vielem Recht viè territorialen Veränderungen, welche in Italien Statt sinden, als solche hervorhob, welche die uns auf der Seite der Alpen durch den Vertrag von 1815 geschaffene Lage, wenn sie nicht verändert würde, verschlechtern müssen, hat Se. Majestät gesagt, daß diese Veränderungen Ihr das Recht geben, von dem König von Sardinien eine Modi- fication zu verlangen, die durch einzig gegenwärtige Umstande (circonstances purement