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Zntettigenz-Blatt

der freien AM Frankfurt. z^»^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. F

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(Expedition: am Geisipförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 90. Samstag de« 14. April 1860.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EinrückungSgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der Greignijse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 14. April. Die Antwort des Herrn v. Schleinitz auf die Note der Schweiz ist an den preußischen Gesandten in Bern, Herrn v. Kamptz, gerichtet und lautet: „Berlin, den 30. März. Mein Herr! Ich hatte die Ehre, die Note vom 19. März zu empfangen, welche Se. Excellenz der Herr Präsident des Schweizerbundes durch Ihre Vermittlung an uns, so wie an die andern Mächte, welche auf dem Wiener Longresse vertreten waren, zu dem Zwecke abgesandt hat, ihre Dazwischenkunft zu Gunsten der Rechte zu begehren, welche die Schweiz in Betreff der Neutralisation gewisser Districte von Savoyen, Rechte, welche die Bundesregierung durch die Abtretung Sa­voyens an Frankreich bedroht glaubt, geltend macht. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, mein Herr, daß der Schritt der Bundesregierung und die Lage, welche denselben ver­anlaßt hat, im höchsten Grade die ernsthafte Aufmerksamkeit des Cabinets Sr. k. Hoh. des Prinz-Regenten auf sich gezogen hat. Von dem Grundsatz ausgehend, daß es sich um eine Frage handelt, welche die sämmtlichen Unterzeichner der Acte des Wiener Con- gresses in gleicher Art interessirt, wird er sich Mühe geben, zwischen den Mächten und der Schweiz ein Einverständmß über die geeignetsten Mittel herbeizuführen, um Alles zu beseitigen, was der Unabhängigkeit und Neutralität des Schweizerbundes Schaden zufügen könnte. Ich ersuche Sie, mein Herr, Sr. Exc. dem Präsidenten des Schweizer- bundes diese Depesche vorzulesen und ihm, wenn er es wünscht, eine Abschrift derselben zu geben. Schleinitz." Das Schreiben des Herrn Harris, englischen Gesandten in Bern, an den Schweizer Bundesrath lautet: „Bern, 5. April 1860. Ich habe die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß. in Beantwortung der Depesche, die ich an den Staatssecretär Ihrer Majestät gerichtet habe, und worin ich von der be­denklichen Lage der Frage wegen des neutralisirten Gebietes von Savoyen sprach, Se. Excellenz sich in der Weise ausspricht: „„daß die Frage, welche Bezug auf die Einverleibung Savoyens in Frankreich hat, und welche die Interessen der Schweiz so nahe berührt, von den europäischen Großmächten in gebührende Erwägung gezogen werden wird rc."" Harris." Die sardinische Antwort auf die bundesräthliche Note vom 5. April lautet: „Turin, 6. April 1860. Herr Gesandter ! Jch habe die Ehre, Ihnen den Empfang der beiden Noten, die Sie am 1. und 5. d. M. an mich gerichtet haben,