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Zutelligeuz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, zO^x verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgaffe 21.)

Jg 86. Dienstag den 10. April 1860.

Abonnementsprets für'- halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montag-. EtnrückungSgebÜhren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Creignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 10. April. (Savoyen.) Die Wiege des nach Sardinien ge­nannten Königshauses ist Savo Yen, das Land gewaltiger Berge, der Murmelthiere und der drehorgelnden und schornsteinfegenden Savoyardenknaben. Das Haus Savoyen leitet sich aus altem sächsischem Adel hex; der'älteste geschichtlich nachweisbare Stamm­vater der Savoyer Grafen ist Bertold zu Anfang des 11. Jahrhunderts; sein Sohn Humbert erhielt vom deutschen König Konrad II. Grafenrechte im Chablais und Wallis. Eine Reihe tapferer, staatskluger Grafen breitete die Macht des Hauses allmälig über das südliche Helvetien und nach Italien hin aus. Als mehrere später wieder vereinigte Linien entstanden, blieb der Graf von Savoyen immer Haupt des Hauses und Oberlehnsherr. Unter Amadeus VIII. wurde die Grafschaft zum Her­zögt hum erhoben von Kaiser Sigismund (1416); von einem Prinzen Louis die Insel Cypern erheirathet, zu kurzem Besitze; doch blieb der königliche Titel dem Hause. Im Frieden von Utrecht (1713) erhielt das Haus Savoyen Sicilien (wenig später um Sardinien vertauscht) und der Königstitel, sowie die Nachfolgeverheißung in Spanien und Indien im Falle der Erlöschung von Philipp's V. Nachkommenschaft. In den Stür­men der Revolution fiel (1792) Savoyen und die 1399 dauernd erworbene Grafschaft Nizza an Frankreich; das Jahr 1815 gab Alles zurück und Genua dazu. Das Herzogthum Savoyen zählt auf seinen 203 Quadrat-Meilen ungefähr 590,000 Einwohner. Großentheils Hochalpenland, grenzt es im Norden und Nord-Ost an die Schweiz; die unübersteigliche Montblanc-Kette und die grafischen Alpen trennen es von dem östlich und südlich gelegenen Piemont, nach dem nur wenige, stets schwierige, zuweilen selbst ungangbare Pässe führen; nur der Paß über den Mont-Cenis ist vortreffliche Straße; von Lyon her bis nach St. Jean de Maurienne Eisenbahn. Von Frankreich scheidet es 15 Stunden lang die Rhone, dann die Alpen­grenze, Zweige der cottischen Alpen, in Frankreich Alpen der Dauphine genannt Sa­voyen, nach Sprache, Sitten und Bedürfnissen französisch oder roma­nisch, ist administrativ eingetheilt in die Kreise Chambery mit den alten Provinzen Chambery (das eigentliche Savoyen), Ober-Savoyen, Maurienne und Tarentaise, und Annecy mit den Provinzen Annecy (Genevois), Faucigny und Chablais. Der neutra-