Intelligenz-Blatt der freien Aadl Frankfurl, zf*^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, [fes^^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlâchthansgasie 21.)
J® 78. Samstag den 3t. März 1860.
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Ueberblick der Creignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen. ‘
Frankfurt, 31. März. War schon die Theilnahme an der im Jahre 1857 m Berlin gehaltenen, Versammlung von Protestanten aus allen Ländern lebhaft und allgemein, so wird dich, da die kirchliche Bewegung in mehr als einer Hinsicht seit jener Zeit an Umfang und Intensität zugenommen hat, noch mehr in der, sich an die Berliner anschließenden, nächsten großen Versammlung der Fall sein. Dieselbe wird nach dem uns vorliegenden Einladungsschreiben des Genfer Comitv'sdes evangelisch en Bundes in den ersten Tagen des Septembers 1861 in Genf gehalten werden, womit zugleich gesagt ist, daß dadurch vielfach ausgedrückte Wünsche in Erfüllung gebracht werden. Das Genfer Comite, welches neben dem Präsidenten Adrien Naville aus dem Professor Dr. Gaussen, Pastor CH. Barde, Professor Dr. Merle d'Aubignèn, Pastor Duby, Pastor Coulin, C. Malan, Grafen Ä. A. de Saint-George u. A. besteht, ist von dem besten Willen erfüllt, nicht nur die Versammlung nach Kräften vorzubereiten, sondern spricht auch die gastfreundlichsten Gesinnungen aus, wie denn das ganze Einladungsschreiben von wahrhaft evangelischem Geiste getragen wird. Dasielbe ist zunächst an sämmtliche Comitö's des evangelischen Bundes gerichtet. Diesen wird darin auch der Entwurf eines Programms mit der Bitte vorgelegt, den Theilen desselben in dem Fall, daß es für wün- schenswerth gehalten werde, noch andere Gegenstände hinzuzufügen. Obwohl das Programm daher auch noch nicht als abgeschlossen zu betrachten ist, theilen wir aus demselben doch schon jetzt sämmtliche, Punkte in der Voraussicht mit, daß die Genfer Versammlung für den deutschen Protestantismus Gegenstand nicht geringer Theilnahme sein werde. Wie es in Berlin geschah, so werden auch in Genf die mehr principiellen Fragen in den Vormittagssitzungen verhandelt werden. Die Nachmittagssitzungen sollen ebenfalls durch Berichte über den religiösen Zustand der verschiedenen Länder ausgefüllt werden. Zu jener gehören folgende Gegenstände: 1) die höchste Autorität in der Kirche ist das Wort Gottes. 2) Welches äst die beste Apologetik in dieser Zeit? 3) Wider den gegenwärtigen Skepticismus in Frankreich. 4) Das Bibelwerk als charakteristisches Merkmal des Christenthums im 19. Jahrhundert, nach den Wirkungen, die es haben kann, und den Pflichten, die es fordert, betrachtet. 5) Die Gefahren des Rationalismus für die Kirchen der Reformation. 6) Wichtigkeit der Verbindung der Lehre und