Einzelbild herunterladen
 

Zntelligenz-Blatt der freien MdI Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen .Staatsbehörden,ife|||||^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 72 Samstag den 24. März 1860.

AbonnementSprets für'S halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montag-. Einrückung-gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt- 24. März. (Zur Situation.) Der König von Sardinien hat die Provinzen der Aemilia seinen Staaten einverleibt. Er hat mit der Romagna «sine Ausnahme gemacht. Der Rubikon ist also überschritten und der Kirchenstaat um ein Drittel verkleinert. Victor Emmanuel soll bereits einen Brief des Papstes empfangen haben, worin ihm derselbe seine wie seiner Familie Excornmunication anzeigt und von Ietzt „an alle Verbindung zwischen dem päpstlichen Stuhle und der sardinischen Königs- amilie für abgebrochen erklärt. Es ist möglich, daß es bei dieser privaten Mittheilung ein Föewendèn hat.sind man in Rom aüf eine öffentliche, feierliche Verkündigung des Bannfluches verzichtet. — Die Einverleibung Toscana's wird nun auch nicht mehr auf sich warten lassen, Es ist neuerdings der Prinz Lucian Murat in Turin eingetroffen, um Namens des Kaisers der Franzosen nochmals die Aufrechthaltung der Autonomie Toscana's zu fördern. Die Turinèr Regierung soll sich entschlossen haben, diesem Ver­langen Frankreichs in der Form nachzugeben. Es wird demnach der Prinz von Carig- nan nach Flo.renzals ^xneral-Gouverneur gèhèn. So hat sich also Sardinien zu einem Staate von 11 Millionen Einwohnern ausgedehnt. Es hieß, der vergrößerte Staat wèrde Hinfort den Namen: „Königreich Nord-Italien" annehmen. Mag man die allgemeine Volksabstimmung für berechtigt, oder für verwerflich halten, die Thatsachen wenigstens sollte man nicht zu leugnen unternehmen. Es ist begreiflich, daß der „All­gemeinen Zeitung" das Resultat der Abstimmung in Mittelitalien nicht angenehm ist. Wir begreifen aber nicht, wie sie in einer Florenzer Correspondenz, das Er­gebniß der Wahl „ein. für Piemont sehr ungünstiges" nennen kann. Sie schreibt: „Vergleichen wir die Zahlen. Aemilia hat eine Bevölkerung von 1,796,081 Seelen. Davon stimmten ungefähr 75,000 für den Anschluß (nämlich in Modena) und mit den 62,121 von Parma im Ganzen 137,121." Die „Allgemeine Zeitung" übersteht dabei, daß in der Romagna ebenfalls über 200,000 Stimmen sich für die Annexion entschieden. Dann heißt es weiter: „Toscana zählt 3,707,208 Einwohner. Davon stimmten 1O1, 326 für den Anschluß." Jedermann weiß, daß die Bevölkerung Toscana's sich auf ungefähr 1,800,000 Seelen beläuft, und überdies haben in Toscana Über 360,000 für die An­nexion gestimmt. Wie ist es möglich, daß die „Allgem. Ztg." zu einem so merkwür-