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Zntelligenz-Blatt

der freien Madl Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^D und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

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Donnerstag den 15. März

1860

Abonnement-pretS für'- halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 15. März. Die zweite Depesche des Herrn v. Beust, vom 24. Feb­ruar, über die Kriegsverfassung ist von Preußen am 8. oder 9. März erwidert worden. Die sächsische Ausführung hatte die früheren Behauptungen über die Aufgabe der Mit­telstaaten wiederholt, die berufen seien, einen bestimmten Einfluß auf die Haltung der deutschen Großmächte zu üben und dadurch den Zerfall des Bundes zu verhüten. Die Erfüllung dieses wichtigen Beruses wäre, nach der Ansicht des Herrn V. Beust, weder in der orientalischen Krisis, in welcher Preußens Stellung allein durch die Unterstützung der Mittelstaaten haltbar geblieben sei, noch in der italienischen Krisis möglich gewesen, wenn die von Preußen erstrebte Organisation des Bundesheeres damals schon bestanden hätte. Daraus folge, daß die Reform-Vorschläge Preußens gefährlich für den Bund seien. Die preußische Erwiderung ist mit Rücksicht darauf, daß die Depesche des Herrn v. Beust die eigentliche Materie der Kriegsverfassung gar nicht mehr erörtere, sehr kurz gefaßt. Es wird darin angedeutet, daß man sich von politischen Betrachtungen der vor­erwähnten Art kein praktisches Resultat verspreche und deßhalb auf die Fortsetzung ver­zichten müsse. Ueber die Haltung der Mittelstaaten in den beiden letzten europäischen Krisen ist bemerkt, daß dieselbe trotz aller Anwandlungen für Oesterreich schließlich doch eine solche gewesen sei, wie sie ihren eigensten Jntereffen entspreche. Das Motiv Preußens zu unterstützen, lag ihr fern. Uebrigens würden diese Staaten zwar durch einseitigen Anschluß an Oesterreich die Auflösung des Bundes und damit die Ver­nichtung der wichtigsten Garantien ihrer eigenen Existenz herbeigeführt, aber auf Preußens selbstständige Politik keinen bedeutenden Einfluß ausgeübt haben. Eine ernstliche Gefahr für den Bestand des Bundes liege in dem Widerspruch der von Preußen bezeichneten Bestimmungen der Kriegsverfassung mit den Forderungen der militärischen Nothwendigkeit und der realen Machtverhältniffe. Der jüngste Meinungs­tausch habe gezeigt, daß diese Gefahr von vielen Bundesregierungen erkannt werde. Preußen gebe, sich daher der Hoffnung hin, daß sie beseitigt werden würde. Es könne dieses geschehen, ohne daß die Stellung der Mittelstaaten dadurch beeinträchtigt würde. Sollten Preußens Bemühungen aber vergeblich sein, so würde es eine Pflicht der Loya­lität erfüllt haben, indem es seinen Bundesgenossen gegenüber seine eigene unwandel-