Intelligenz-Blatt der freien Madl Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ââ^^^MS und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) vJ-^y
M 56. Dienstag den 6. März 1860.
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Ueberblick der CreigniHe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 6. März. (Zur Zollvereinsfrage.) Wir lesen in der „Elberfelder Zeitung": „Mit dem Jahre 1864 läuft die jetzige Vertragsperiode des Zollvereins ab. Ein Jahr vorher muß gekündigt werden. Der Kündigung schickt man ohne Zweifel allgemeine Eröffnungen voraus, welche die Bedingungen des Fortbestandes darlegen, und eine vorläufige Verständigung beabsichtigen. ' Dem aufmerksamen Beobachter kann nicht entgehen, daß die Stellung der Vereinsglieder zu einander früher- hin eine bessere war. Die Protokolle der älteren Generalconferenzen beweisen unzweideutig, in welch' ungleich günstigerer Lage sich insbesondere Preußen damals befand. Einen nicht geringen Antheil an dieser Veränderung hat man gelegentlich wohl denjenigen Persönlichkeiten zugeschrieben, welchen früherhin die Vertretung Preußens im Verkehr mit den Vereinsstaaten anvertraut war: ein allzuklares Hervortreten mit dem natürlichen Uebergewicht Preußens habe jezuweilen das Gefühl der Selbstständigkeit verletzt, und allmählig eine gewisse Gereiztheit erzeugt. Aber weder aus diesem in die Vergangenheit zurückgreifenden Motive, noch auch aus dem andern Vorwurf, den man Preußen zu machen beliebt, daß es nämlich mit seiner Verwaltung zu sehr an Formen hänge, wird die auffallende Zwietracht im Schooße des Vereins erklärlich. Wir verweisen hier darauf, daß neuerlich Würtemberg das unter den Vereinsstaaten verabredete Verbot der Ausfuhr von Pferden aufhob, gegen die von Preußen ausgesprochene Ansicht und ohne vorher auch nur eine Anzeige davon nach Berlin gelangen zu lassen. Wir verweisen ferner auf die bekannte Interpellation des Freiherrn von Lerchenfeld in der bayerischen Kammer, wodurch er Auskunft begehrte über die Haltung der Regierung zu den preußischen Anträgen wegen Herabsetzung der Zölle auf indischen Zucker, Roheisen und Baumwollengarn, worauf der bayerische Minister geantwortet haben soll: „Bayern werde sich in der Zollfrage möglichst nach Oesterreich richten." Kein Zweifel also, die Veranlassung zu der Spaltung liegt tiefer, als man bisher anzunehmen geneigt war. Unseres Dafürhaltens ist sie das Ergebniß der Besorgniß, daß Norddeutschland sich auf dem Wege zum Freihandelssystem begeben, und dem Drängen zu einer handelspolitischen Doctrine freihändlerischer Experimente nachgeben werde. Bereits im Jahre 1851 sah der Wiener „Lloyd" in einer handelspolitischen Betrachtung die Lösung schon so gut als vollbracht,