Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Bl der freien SWt Frankfurt« verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörd und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchcn, Schlachthausgaffe 21.)

M 48. Samstag den 25. Februar 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 25. Februar. Die preußische Denkschrift in Betreff der Revision der Bundes-Kriegsversaffung ist vom 14. Februar. In dieser Denkschrift an Sachsen und die übrigen deutschen Staaten ist ganz besonders hervorgehoben, daß die betreffenden Be­stimmungen der Bundes-Krtegsverfaffung, welche der durch das Gebot der militärischen Nothwendigkeit begründeten Aufstellung des Bundesheeres und Oberleitung deffelben im verhängnißvollen Augenblicke hindernd im Wege stânden, in allen großen Krisen thatsäch­lich mit Stillschweigen übergangen worden seien. Im Jahre 1840 hätten sich Preußen und Oesterreich in Betreff der Aufstellung der Bundes-Streitkräfte und der Oberleitung derselben verständigt. Nach dieser Verständigung der beiden deutschen Großmächte, hätten sich das 9. und 10. Bundes-Armeecorps an die preußischen Heereskörper zur Aufstellung am Mittel- und Niederrhein, und des 7. und 8. Bundes-Armeecorps an die österreichische Armee zur Aufstellung am Oberrhetn anzuschließen gehabt. Die Oberleitung dieser Heeres- körper sei preußischen Generalen und einem österreichischen Feldherrn anvertraut worden. Zu jener Z-it hätten die deutschen Staaten die Nothwendigkeit dieser Anordnungen ^aus­drücklich" anerkannt und keine Besorgnisse einer Beeinträchtigung ihrer Kriegsherrltckk-it ausgesprochen. Preußen bezwecke mit seinen Vorschlägen einzig und allein, daß diese Noth­wendigkeit durch eine „verfassungsmäßige Bestimmung" -um Voraus am Bunde festgestellt werde, damit man sich in ernster Stunde nicht „unfertigen Zuständen und weitläustigen Verhandlungen" gegenüber erblicke, wo die Sicherheit des Bundes und der einzelnen Glie­der desselben, um allen Gefahren vorbeugend entgegenzutreten, ein rasches und einheitliches Handeln erheische. Preußens Vorschläge ständen auf dem Gebiete der Einheit Deutschlands und nicht auf jenem des Dualismus. Die vorgeschlagenen militärischen Anordnungen, welche als einheitliche sich erweisen würden, seien durch die geographische Lage schon bedingt, Zu der ideellen Auffassung der Verhältniße, wie sie in der Denkschrift ihren Ausdruck finde, ver­möge Preußen im Hinblick auf die wirklichen Dinge sich nicht zu erheben. Die Ersah» rungen des vierzigjährigen Bestehens der Bundeskrtegsverfassung ständen dem von Preußen als nothwendig Erkannten zur Seite. Einèn Wahl-Oberfeldherrn des Bundes habe Deutschland noch wie gesehen. Die Oberleitung haste thatsächlich an den Kronen Preußen und Oesterreich. Das Bundesheer, ohne sich auf die GHammtmacht der beiden deutschen