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Zntelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt» ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^D^^D und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförrchen, Schlachthausgasse 21.) ^^^-^

M 44, Dienstag den 21. Februar 1860.

Abonnements preis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der Greignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 21. Februar. (Zur Situation.) Die preußische Regierung hat eine Circulardepesche an ihre Gesandten bei den deutschen Höfen erlassen, worin sie dieEinwen- dungen des Herrn v. Beust gegen ihre die Bundes-Kciegs-Verfaffung betreffenden Vorschläge widerlegt. Sie hebt darin, gerade wie wir es gethan, hervor, daß für den Frieden ihr Vor­schlag ja nicht gemacht sei, und daß es nur die Kriegs zett sei, in welcher sich die deut­schen Contingente dem österreichischen und preußischen Heere anzuschließen hätten. Mit dem Ende des Krieges würde das Obercommando Preußens und Oesterreichs über die Trup­pen der andern Fürsten erlöschen. Preußen wolle nur, daß diese Form, unter der im Kriege der Gefahr am wirksamsten begegnet werden könne, schon im Frieden vorausbe­stimmt werde. Wir wissen in der That nicht, was sich dem noch Triftiges entgegen­stellen ließe. Bereits soll sich auch eine Anzahl deutscher Staaten mit der preußischen Auffassung der Kriegsverfassungsfrage einverstanden erklärt haben und wir geben die Hoff­nung nicht auf, daß auch bei den übrigen Staaten die richtige Erkenntniß Dessen was Noth thut, Eingang finden werde. Leider hat Oesterreich sich gegen die preußischen Vor­schläge erklärt; das ist noch das größte Hinderniß einer Einigung, die doch gerade in die­ser Angelegenheit eine Lebensfrage für Deutschland ist. — In einer so wichtigen Zeit als die jetzige, fliegen telegraphische Depeschen und politische Revelationen vott allen Seiten des Horizontes zusammen, ohne daß sich das leichtgläubige Lesepublikum immer die Mühe gäbe, den Walzen von der Spreu zu unterscheiden. Die Wahrheit dieser Bemerkung mag vielleicht manche voreilige Aburthetler in ihrer Eigenliebe kränken, aber es ist nützlich, sie allen denkenden Köpfen recht ernst vorzuhalten. Der letzte Vorschlag der englischen Re­gierung an das Wiener Cabinet und die daran geknüpften Combinationen gewisser heiß­blütigen Zeitungsreferenten liefern ein Beispiel der Leichtgläubigkeit, mit der man falsche Nachrichten in die Welt hinausposaunt. Bis jetzt hat das Wiener Cabinet keine Sterbenssylbe Antwort gegeben, und nichtsdestoweniger schreiben die Zeitungsametsen aus allen Ecken die gründlichsten Artikel über das Wie und das Wann der Rechberg'schen Beantwortungsnote, und über die Stellung, welche die Staatsmänner an den Ufern der Spree und der Newa in dieser Frage einzunehmen Vorhaben. Daß man sicher dort erst für gut halten dürste, sich vorher mit dem österreichischen Cabinette über diesen wichtigen Gègen-