Intelligenz Blatt der freien Stadt Frankfurt, /^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^^^W und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 40. Donnerstag den 16. Februar 1860.
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Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 16. Februar. (Zur Situation.) Von den meisten Staaten, die auf dem Küsten-Congreß in Berlin vertreten waren, sind bereits dieZustimmungs- erklârungen zu dem Beitritte ihrer Vertreter zu den preußischen Propositionen eingegangen; die übrigen werden kürzlich erwartet. Von Hannover wird als gewiß angenommen, daß es sich ebenfalls anfchließen werde. Wiewohl die Propositionen den betreffenden Staaten lokalen Spielraum offen gelassen hatten, so ist durch dieselben doch im Allgemeinen festgestellt worden, daß das Küstenbefestigungssystem sich nur auf wenige Punkte der Nordsee zu erstrecken habe und diese durch Evmmunicationslinien mit den Binnenländern zu verbinden seien, da die Nordsee nur auf sehr wenigen Stellen größere Landungen möglich macht. Das deutsche Volk des Nordens erwartet von dem Patriotis mus Süddeutschlands gewiß mit Recht, daß dieses die beträchtlichen Kosten des Be- fefligungssystems zu einem Theile werde tragen helft». — Der Kaiser Napoleon, heißt eS in der „Preußischen Zeitung", neigt dazu, in Toscana eine allgemeine Abstimmung vornehmen zu lassen, aber ohne alle regierungsseitige Einwirkungen. Nach Anderen hätte er mit dem russischen Gesandten von einem neuen Projekt gesprochen, das aber Piemont schwerlich acceptiren würde, nämlich von der Berufung eines lediglich von den fünf Großmächten gebildeten Eongresses, der die italienischen Angelegenheiten ordnen und seine Beschlüsse gegen Jedermann durchführen solle. — Michel Chevalier, einer der geistreichsten und untèrrichtetsten französischen Prblicistett, veröffentlicht im „Journ. des Debats" einen Artikel über den Handelsvertrag mit England. Am Schluffe desselben heißt es: „Ist er einmal vom englischen Parlamente angenommen, so ist sicher, daß der Handelsvertrag das Signal zu einer allgemeinen Umgestaltung der Zolltarife in Europa und in der Welt sein wird. Das ist ein bedeutender Dienst, weliben die beiden großen Nationen des Westens gemeinschaftlich geleistet haben, und dessen Wirkungen immer wachsen werden; was dem Handelsvertrag« schon jetzt die Stimme der Aufgeklärten sichert, ist: daß er sofort ein Unterpfand des Friedens und der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden mächtigen Staaten wird, deren Eifersucht Europa nur zu oft um- gewühlt und ihnen selbst so viel edles Blut und so viele Schätze gekostet hat; dieser Vertrag ist also eine Bürgschaft für die Ruhe derMèlt, außer im Falle eines plötzlichen