ZnteMgenz-Btatt
der freien Stadt Frankfurt
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Riesigen Staatsbehörden,/^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 38.
Abonnementspreis
Dienstag den 14, Februar 1860.
—=—.^ .—■■■.■ »■■’■ =
»nnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 14. Februar. (Zur Situation.) Es ist zwar eine allbekannte Sache, wie viel Schwierigkeiten und Hindernisse den Bemühungen Preußens, Deutschland zu der ihm gebührenden Stellung zu erheben, bet jedem Schritte entgegen treten; unwahr sind aber die Nachrichten, welche von Würtemberg eine, die Bundeskriegsverfassung betreffende und den preußischen Bestrebungen zuwider laufende, Note haben ausgehen lassen. Wie bestimmt versichert werden kann, ist eine solche nicht in Berlin eingetroffen, und nirgends weiß man in diplomatischen Kreisen davon, daß auch ein anderer deutscher Staat sie erhalten hätte. — In militärischen Kreisen wird der Sachkenntnis und der militärischen Einsicht der deutschen Offiziere, welche an der Conferenz wegen Vertheidigung der Ost- und Nordseeküste in Berlin Theil nahmen, volle Anerkennung gezollt, und die rasche Erledigung der Hauptverhandlungen besonders diesen Vorzügen der Bevollmächtigten zugeschrieben. Zugleich mit der Mittheilung der verabredeten Maßnahmen an die bethei- ligten Regierungen zum Zweck ihrer Genehmigung und Ratification, hat Preußen auch der hannoverschen Regierung das gesammte Material der Vorlagen und Verhandlungen überreichen lassen, damit dies " 7', wichtigen Angelegenheit leitend gewesen find, unterrichten könne. Wie in diplomatischen Kreisen versichert wird, hat das Berliner Cabinet in Hannover zugleich mit dem Bedauern über dessen Nichttheilnahme an der Conferenz die Ver-
ig das gesammte Material der Vorlagen und Verhandlungen uver- !selbe sich vollständig über die preußischen Absichten, welche in dieser leitend gewesen find, unterrichten und deren Zweckmäßigkeit prüfen
sicherung ertheilt, daß es alle Anträge am Bunde unterstützen werde, welche dem preußi schen Vertheidigungssystem in der vorliegenden Frage nicht widersprechen würden. Preußen sei also der geschäftsmäßigen Behandlung der Angelegenheit am Bunde durchaus nicht abgeneigt, aber sollte ein Resultat erreichbar sein, so müßten die Uferstaaten in den auszu« führenden militärischen Vorkehrungen übereinstimmen, bevor die Sache an den Bund käme. Wie es heißt, hat diese rückhaltslose und patriotische Haltung Preußens in Hannover einen sehr besänftigenden Eindruck gemacht, und man scheint dort lebhaft zu fühlen, in dem Argwohn gegen die preußischen Vorschläge zu weit gegangen zu sein. Unter solcken Umständen steht die Theilnahme Hannovers an den ferneren Verhandlungen der Uferstaaten
Umständen steht die Theilnahme Hannovers an den ferneren V , über die Vorkehrungen zur Vertheidigung der Seelüften wohl zu erwarten. Wie bekannt geworden ist, hat sich Preußen in gleichem Sinne auch in der Bundesversammlung ausgesprochen.