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Intelligenz-Blatt der freien MM Fränkfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabellage.

— ^— *^-^**««^--—— (Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

J£ 36, Samstag den 11. Februar 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fL 30kr. Tägliche Ausgabe außer MontagS.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der CreLgniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfart, 11. Februar. (Zur Situation.) Wir lesen in der „Elberfelder Zeitung": Das englische Parlament ist versammelt, Wighs und Tory's streiten sich um die goldnen Stühle des Ministeriums; die innern Verhältnisse der englischen Regierung sind aber so vortrefflich geregelt, daß nur die äußere Politik einen Anlaß zur Veränderung der bestehenden Administration geben könnte. Bei solcher Sachlage sind der neue Handels­traktat mit Frankreich und die Ordnung der italienischen Verhältnisse die zwei Kapitel, welche den redelustigen Engländern wahrscheinlich die beste Gelegenheit geben werden, die Kräfte und Talente'bei verschiedenen Parteien zu vergleichen. Lord Palmerston hat somit das größte Interesse, nun in der italienischen Frage eine Stellung anzunehmen, welche der liberalen Ansicht der englischen Parlamentsmajoritât entsprechend, die Situa­tion regeln, und den eingetretenen politischen Veränderungen ein dauerndes Resultat sichern dürfte. Der Pacificationsvorschlag von dem die „Jndependance beige" und mehrere an­dere Blätter gesprochen, scheint dieser Ansicht seine Entstehung zu verdanken, er bezweckt die Anexation Centralttaliens, die Entfernung fremder Truppen von der ganzen Halbinsel, und endlich das Einvernehmen Oesterreichs, zu einer Regelung der Verhältnisse der italie­nischen Herzogthümer, welche trotz allen guten Willens nicht mit den Verträgen vonVilla- franca und Zürich vollständig überetnstimmcn kann. Die Grundidee dieses Vorschlags scheint sehr zweckmäßig; ein längeres Provisorium würde wahrscheinlich zu anarchischen Ereignissen führen. Die Wiederherstellung der vertriebenen Erzherzoge würde dagegen den Keim zu neuen Bewegungen legen und Italien, Oesterreich und Europa in immer größere Ver­wickelungen stürzen. Daß England zu einem solchen Vorschläge die Initiative ergreift, ist um so politischer, als es von Anfang an die unnatürliche Stellung Oesterreichs in Italien einsah, und durch eine volksthümliche Bewegung das Unhaltbare dieser Stellung ein für allemal zu beendigen trachtete; allein es fragt sich, ob Oesterreich diesem Projecte beizu­stimmen im Stande ist. Ein förmliches Aufgeben seiner frühern Verlangen stellt dasselbe zwar seiner Bevölkerung und seiner Armee gegenüber, allerdings in eine gewissermaßen delikate Lage; anderntheils aber sieht man ein, daß es der Rechtlichkeit und der Loyalität der französischen Regierung, welche gewisse Stipulationen des Züricher Vertrags auszufüh- ren nun einmal nicht in ihrer Gewalt hat, vollkommen entsprechend ist, sich darüber dem