Einzelbild herunterladen
 

ZutelltgenzBlatt der freien Stadt Frankfurt, ^^Z verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 34. Donnerstag den 9. Februar 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick -er Greigniffe im Gebiete der politischen AN- materiellen Interessen.

Frankfurt, 9. Februar. (Zur Situation.) Wir leben offenbar in einer Zeit der Gegensätze, der Contraste und Widersprüche, welche die Dinge in diametralen Rich­tungen leicht zu Extremen treiben können, wenn nicht eine heilsame Vermittlung und Aus­gleichung dazwischen tritt, welche nach und nach das rechte Gleichgewicht wieder herzustellen vermag. Dies aufzufinden ist unseres Erachtens mit die vorzüglichste Arbeit, das eigent­liche Mühsal des politischen und socialen Lebens unseres Jahrhunderts. Ohne Kampf kann dies natürlich nicht abgehen. Ob dieser aber, sowie die Dinge jetzt liegen, noch auf friedlichem Wege oder mit Waffengewalt bis zu erwünschtem Ziele durchgekämpft werden mag, ist freilich eine andere Frage. Kein Mensch wird leugnen wollen, daß die gegen­wärtige Weltentwicklung in der Hauptsache friedlicher Natur ist, daß namentlich friedliche Verhältnisse die Grundbedingung einer gedeihlichen Förderung der überall so mächtig her- vortretenden materiellen Interessen auf dem Gebiete der Gewerbsthâtigkeit, des Handels und des in immer großartigerem Maßstabe sich erweiternden internationalen Verkehres sind, und dennoch hat es auf der andern Sette schwerlich eine Zeit gegeben, wo die ganze Welt so gegen einander gewüffnet gestanden hätte, als in diesem Augenblicke. Gleich als ob der große Völkerkampf, welcher zu Anfang unseres Jahrhunderts die ganze europäische Welt in Bewegung und Aufruhr versetzte, in der Mitte desselben seine Wiedergeburt eiern müßte, scheinen Staaten und Regierungen vor Allem nur darauf bedacht zu sein, hre Schutz- und Trutzmtttel gehörig zusammen zu halten, sie möglichst zu verstärken und ür alle Fälle in Stand zu setzen und in Bereitschaft zu haben. Es ist wahrhaft erstaun- ich, welche Fortschritte die edle Kriegskunst mitten im Frieden in den letzten Zeiten ge­macht hat. Noch täglich scheint man »on allen Seiten nur bemüht zu sein, sie durch neue Erfindungen und Einrichtungen mehr und mehr zu vervollkommnen, und einander gerade darin den Rang abzulaufen. Wer weiß, bis wohin die noch unenthüllten Geheimnisse der Technik und Mechanik die Dinge auf diesem Gebiete am Ende treiben werden ? Auch in dieser Hin­sicht leben wir in einem wahrhaft revolutionären Zeitalter. Denn noch niemals sind die Umwälzungen in der Kriegskunst größer und belangreicher gewesen, als in den letzten Jahren. Auf welche Weise aber ein befriedigender Ausweg aus den obwaltenden Ver­wicklungen gefunden werden wird, steht freilich dahin. Die Frage: Ob Krieg oder