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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

^ 32. Dienstag den 7. Februar 1860.

Abonnements preis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

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Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 7. Februar. Das Gebiet, welches heut zu Tag den Papst als Sou- verain anerkennt, verdankt seine moderne staatliche Bildung vorzüglich den Pâbsten Alexan­der III. und Julius II. Jener, mit Hülfe seines berüchtigten Sohnes, Cäsar Borgia, vernichtete die großen Herren, welche sich in einzelnen Theilen des zur Kirche gehörigen Landes als Gebieter erhoben hatten; Letzterer suchte den so unter der Verwaltung der römischen Curie concentrtrten Staat zum Mittelpunkt einer nationalen Politik zu machen, indem er als den wesentlichen Zweck derselben die Entfernung der Fremden aus der Halbinsel vor Augen hatte. Von den großen Kriegsbewegungen des siebzehnten und acht­zehnten Jahrhunderts wurde Italien verhältnißmâßig nur wenig berührt, das päbstliche Gebiet blieb größientheils von den streitenden Parteien verschont. Zwar bestand in dem Kirchenstaat ein Heer, doch hielt sich die Politik der römischen Curie von dec Anwendung desieiben in den politischen Verwicklungen möglichst fern. Da kam indeß ein Zeitpunkt, der die Fortdauer einer solchen Stellung unmöglich machte, nämlich die französische Re­volution. AIs General Bonaparte im Frühjahr 1796 den Hauptplatz des Krieges nach Nord-Italien verlegte, wurden auch die mittel-italienischen Staaten in diese Bewegung hineingezogen. Die päbstliche Regierung nahm wirklich an dem Kriege der Coalition ge­gen Frankreich Theil, mußte aber dies Wagniß theuer genug durch den Frieden von To, lanttno 1797 erkaufen. Schon im folgenden Jahre wurde Rom besetzt, in dessen Schooße von den Franzosen revolutionäre Ideen gepflegt wurden. Der Tod des General Duephot in einer solchen Bewegung wurde Veranlassung, den Pabst Pius VI. in die Verbannung zu führen und Rom zu einer Republik zu machen. Pius VI. starb als Verbannter. Die Siege Souwarow's und der Oesterreicher in dem Feldzuge von 1799 setzten den neuen Pabst Pius VII. auf den Thron seiner Vorgänger, doch nicht in den Besitz ihres ganzen Gebietes, da Bonaparte durch die Schlacht von Marengo Italien wieder den französischen Waffen unterwarf. Der Friede von Lüneville stellte den Kirchenstaat zum Theil wieder her, doch blieb seit der Vertreibung der Bourbonen aus Neapel die Existenz des Pabstes als weltlicher Fürst fraglich, weil Napoleon I. ganz ernstlich die Macht Karl's des Großen in Anspruch nahm. Im Jahr 1808 riß er einen Theil des nordöstlichen Gebietes von dem Kirchenstaat« los; im folgenden Jahre verschwand der Rest desselben, indem Rom