Intelligenz-Blatt der freien AM Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Hiestben Staatsbehörden, und den Frankfurter NachrichtM als 'ExtraLeilsge.
(Expedition: am Gejstpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
â 26. Dienstag den 31. Januar 1860.
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Ueberblick der Greignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 31. Januar. (Zur Situation.) Die neuesten Nachrichten aus Florenz und Bologna kommen wiederholt darauf zurück, daß die republikmtche Prr- tst in den mittelitalienischen Staaten mit großer Anstrengung und doch nicht so ganz ohne alle Erfolge arbeitet, so daß es in der That sehr wünschenswerth wäre, wenn das gegenwärtige Provisorium bald möglichst in eine definitive Gestaltuna der staatlichen Verhältnisse überginge. In diplomatischen Kreisen befreundet man sich mehr und mehr mit dem Gedanken der Annexation. Was das P oj c>, ein ft list« ständiges mittelitalienisches Königreich zu gründen, anbetrifft, so ist es inre effant, zu erfahren, daß die Idee, dem suffrage universel die Entscheidung anheimmpeb-n, in der englischen Diplomatie auf ganz entschiedenen Widerstand gestoßen ist, indem gerade von dieser Seite, wo man es eigentlich kaum erwartete, geltend gemacht wurde, daß d eies allgemeine Stimmrecht, obschon für Frankreich recht passend und ersprießlich, dann doch in einigem Gegensatze sich befände zu den monarchischen Principien, nach denen io- st die europäischen Völkerfamilien regiert würden. Wir sind nicht im Stande, diese Ansicht zu theilen, denn wenn je die vox populi vox dei ist, so ist dies doch sicher bei der freien Volks wähl seitens der Negierung eines Landes bergen, das sich selbst von dm chJab' hunderte getragenen Fesseln befreite. Das allgemeine Stimmrecht ist ein heiliges Volksrecht, warum soll es sich Italien verkümmern lassen? — In politischen Kreisen, die dem spanisch-marokkanischen Kriege, trotzdem derselbe durch die anEnglaid als genügend befundenen Erklärungen seine weitgreifendere Bedeutung verloren hat, mit großem Interesse folgen, hört man es als nicht gerade wünschenswerth bezeichnen, daß dieser Krieg mit der Einnahme von Tetuan einen schnellen Abschluß finde. Die Spanier haben seit langen Jahren zum ersten Mal wieder eine Fahne gefunden, die Alles eint, einen Enthusiasmus, Ler Alle entflammt, und eine Gelegenheit, ihre Armee in großem Maßstabe zu organisiren und feldtüchtig zu formirèn. Es sind dies gerade für ein Land, wie Spanten, so überwiegende Vortheile, daß die großen Opfer, die der marokkanische Krieg erfordert, dagegen gänzlich in den Hintergrund zu verweisen find. — Unter dem Titel: „Die neuen Kirchenstaaten" veröffentlicht die „Patrie" einen Artikel, worin sie, von der Ansicht ausgehend, daß die Romagna unwiderbringlich für den Pabst verloren sei, daß er unfähig